Biotop
Highlights
- Der Nasse See in Homberg (Efze) ist ein kleiner, naturnaher See ohne Zu- und Abfluss.
- Er dient als wichtiges Brut- und Laichgewässer für Amphibien und Libellen.
- Das Biotop wurde 2015 aufgelöst, um Basaltabbau im Steinbruch Fritzlar-Lohne zu ermöglichen.
Tipps
- Besuchen Sie das Biotop in Homberg (Efze), um einen ruhigen Ort mit Feuchtgebieten und seltenen Tierarten zu erleben.
- Achten Sie auf den geschützten Charakter des Gebiets und stören Sie die Tierwelt nicht.
- Nutzen Sie die nahegelegenen Wanderwege für einen entspannten Spaziergang in der Natur.
Eigenschaften
Über Biotop
Das Biotop in Homberg (Efze) liegt im hessischen Schwalm-Eder-Kreis und zählt zu den naturschutzrechtlich geschützten Gebieten der Region. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Naturdenkmal „Nasser See“, das bis Ende 2015 offiziell als Flächenhaftes Naturdenkmal unter dem Namen „Nasser See (Biotop 01.174)“ geführt wurde. Diese Fläche gehört zum größeren Biotopverbund „Tümpel und Bruchwald im Lohner Holz“ und stellt ein empfindliches ökologisches System dar, das durch seine besondere geomorphologische Entstehung geprägt ist.
Der „Nasse See“ entstand durch die geologischen Besonderheiten des Basaltkegels Lohner Holz, westlich der Ortschaft Lohne. Aufgrund der geringen Durchlässigkeit bestimmter Gesteinsschichten sammelt sich hier Regenwasser, das nicht vollständig versickert, und bildet einen kleinen, natürlichen See ohne Zu- oder Abfluss. Die hier entstandene Feuchtzone dient als Lebensraum für verschiedene Tierarten, insbesondere für Amphibien und Libellen, die das Gewässer als Brut- und Laichplatz nutzen. Auch Vögel profitieren indirekt von der Nahrungsquelle, die dieses Biotop bietet.
Das Biotop ist über einen Wanderweg erreichbar, der östlich des Sees vorbeiführt. In unmittelbarer Nähe befindet sich eine Schutzhütte, die Wanderern als Rastplatz dient. Die Umgebung ist geprägt von bewaldeten Hängen und markanten Felsformationen wie den Katerklippen, die etwa 500 Meter östlich des Sees als weiteres Naturdenkmal ausgewiesen sind. Die Landschaft rund um das Biotop ist ruhig und bietet eine geschützte Atmosphäre, in der das Quaken von Fröschen regelmäßig zu hören ist – ein Hinweis auf die intakte ökologische Funktion des Feuchtbiotops.
Seit 2015 besteht für das Biotop jedoch erhebliche Belastungen durch den angrenzenden Basalttagebau Fritzlar-Lohne, der westlich des Sees betrieben wird. Der Betreiber beantragte und erhielt die Genehmigung zur Beseitigung des Naturdenkmals, da der See innerhalb eines geplanten Abbaugebiets liegt. Als Ausgleich wird angegeben, dass sich im tiefsten Bereich des Tagebaus nach dessen Verfüllung ein neuer, dauerhaft wasserführender See bilden könnte. Ob dieser jedoch die ökologische Funktion des „Nassen Sees“ langfristig ersetzen kann, bleibt ungewiss.
Trotz der bestehenden Konflikte durch den Bergbau bleibt das Biotop ein geschützter und bedeutender Lebensraum in der Region. Es repräsentiert die besondere Verbindung von Geologie und Biologie im nordhessischen Bergland und verdeutlicht die Herausforderungen des Naturschutzes in Gebieten mit industrieller Nutzung. Die Fläche wird weiterhin als Teil des Biotopverbunds „Tümpel und Bruchwald im Lohner Holz“ betrachtet und trägt zur Erhaltung der regionalen Artenvielfalt bei.