Auf dem Stein
Highlights
- Das NSG Auf dem Stein in Fröndenberg umfasst ein 22 Hektar großes Feuchtgebiet mit Stillgewässer und naturnahen Waldflächen.
- Zentrales Element ist der 'Ententeich', ein wichtiges Brut- und Rastbiotop für Wasservögel und Libellen.
- Das Gebiet dient als Refugium und Vernetzungselement in der Ruhraue und schützt seltene Feuchtbiotope.
Tipps
- Das NSG Auf dem Stein ist ein Feuchtgebiet mit Stillgewässern, Schilf- und Waldflächen, das besonders für Wasservögel von Bedeutung ist.
- Zentrales Element ist der Ententeich, ein rund 7,5 Hektar großes eutrophes Stillgewässer mit dichter Wasserpestvegetation.
- Das Gelände umfasst verschiedene Biotope wie Röhrichte, Feucht- und Auenwälder sowie Laubwälder auf Terrassenflächen.
Eigenschaften
Über Auf dem Stein
Das Naturschutzgebiet „Auf dem Stein“ liegt im nordrhein-westfälischen Fröndenberg im Kreis Unna. Es erstreckt sich nordöstlich von Schwitten innerhalb einer weiten Flussschlinge der Ruhr und umfasst eine Fläche von rund 30,5 Hektar. Das Gebiet wird im Norden durch die Flussmitte der Ruhr begrenzt, welche zugleich die Kreisgrenze bildet. Im Süden schließt sich die talrandkantige Landschaft mit einzelnen, von Gehölzen geprägten Tälchen an. Das Schutzgebiet gilt als bedeutendes Feuchtgebiet innerhalb der Ruhraue am Nordrand des Niedersauerlandes.
Im Zentrum des Naturschutzgebiets befindet sich der sogenannte „Ententeich“, ein etwa 7,5 Hektar großes, nährstoffreiches Stillgewässer. Es dient unter anderem als Angelgewässer und verfügt über mehrere Stege. Das Wasser zeigt stellenweise eine dichte Unterwasservegetation, vor allem aus Wasserpest. Eine schmale Landzunge aus Gehölzen trennt den Teich von der Ruhr. Östlich des Gewässers schließen sich Röhrichtzonen sowie Weiden- und Erlenbruchwälder an. Die südöstliche Randzone wird von einer mäßig feuchten Mähwiese eingenommen. Die Waldflächen im Umfeld bestehen überwiegend aus Grauerlen-, Pappel- und Eschenbeständen.
Das NSG „Auf dem Stein“ hat eine hohe Bedeutung für die Vogelwelt. Der Ententeich dient als Brutbiotop für unter anderem Haubentaucher, Teichhuhn, Blässhuhn sowie verschiedene Röhrlinge und Ammern. Aufgrund seiner Lage im offenen Ruhrtal vor dem waldreichen Bergland ist das Gewässer zudem ein wichtiger Rastplatz für durchziehende Wasservögel. Auch Libellen nutzen das Gewässer als Lebensraum. Der östliche Teil des Teichs mit seinem naturnahen Verlandungsraum aus Röhricht, Weidengebüsch und Bruchwald gilt vegetationskundlich als besonders vielfältig. Im nördlichen Bereich entlang der Ruhr hat sich ein lianenreicher Erlen-Weiden-Auenwald entwickelt. In feuchten Waldstandorten treten zudem Herde von Straußfarn auf. In den letzten Jahren etablierte sich hier auch die seltene Schlangenwurz.
Das übergeordnete Schutzziel des Gebiets ist die Erhaltung eines störungsarmen und naturnahen Nassbiotopkomplexes. Dazu gehören stehende und fließende Gewässer, Feucht- und Nasswiesen, Röhrichte sowie verschiedene Waldtypen der Aue. Besonderes Augenmerk liegt auf der Entwicklung oder Wiederherstellung typischer Laubwaldgesellschaften mit natürlicher Strukturvielfalt, einschließlich der Totholzphase. Die natürliche Verjüngung der Baum- und Straucharten hat dabei Vorrang vor aktivem Pflanzen. Um die Schutzziele zu erreichen, ist eine standortgerechte Bewirtschaftung notwendig, insbesondere durch Regelung der Fischerei und Verzicht auf intensive forstliche Nutzung in den naturnahen Lebensräumen.
Das Naturschutzgebiet „Auf dem Stein“ ist ein herausragendes Refugial- und Vernetzungselement innerhalb der Witten-Neheimer Ruhraue. Es trägt maßgeblich zum landschaftlichen und ökologischen Zusammenhang im Raum Nordrhein-Westfalen bei. Als Teil des Biotopverbunds sichert es Lebensräume für seltene und gefährdete Arten und erhält landschaftstypische Strukturen der Ruhrauenlandschaft.