Kirche/Kloster

Lebensbornheim "Sonnenwiese" 1.11.1941 bis 14.4.1945

Pestalozzistraße 3, 04654 Frohburg

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Lebensbornheim "Sonnenwiese" 1.11.1941 bis 14.4.1945

Das ehemalige Lebensbornheim „Sonnenwiese“ in Frohburg war von November bis April ein zentraler Ort der nationalsozialistischen Rassenhygiene und reproduktiven Gewalt. Als Teil des geheimen „Lebensborn e. V.“ diente es der SS und der NS-Führungsschicht als eine der vielen Einrichtungen, die den ideologischen Zielen der „Erbepflege“ dienen sollten. Hier wurden systematisch Kinder von „arisch“ als wertvoll erachteten Müttern – häufig jungen, alleinerziehenden Frauen oder Zwangsprostituierten – geboren und betreut. Viele dieser Mütter wurden unter Zwang oder Täuschung in solche Heime eingewiesen, oft gegen ihren Willen von Familien oder Institutionen abgegeben.

Die Anstalt „Sonnenwiese“ war nicht nur Geburtsstätte, sondern auch Ort der Selektion und ideologischen Erziehung. Die Bedingungen für Mütter und Kinder entsprachen nicht selten den Vorgaben einer pseudowissenschaftlichen Rassenlehre, die auf Perfektion und Kontrolle abzielte. Die dort geborenen Kinder wurden häufig nach ideologischen Kriterien bewertet, manche später adoptiert oder sogar missbraucht. Nach 1945 geriet die Einrichtung in die Hände der sowjetischen Besatzungsmacht, bevor sie schließlich aufgelöst wurde. Die Spuren dieser dunklen Geschichte prägen den Ort bis heute – sowohl im kollektiven Erinnern als auch in der Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Erbe Sachsens.

Heute befindet sich auf dem Gelände eine evangelische Bildungs- und Begegnungsstätte, die als Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis bekannt ist. Sie bietet Raum für Weiterbildung, Tagungen und kulturelle Begegnungen – ein Ort des Lernens und der Reflexion. Die historische Dimension des Standorts wird dort bewusst in den pädagogischen und kirchlichen Kontext eingebunden. Die Heimvolkshochschule versteht sich als Ort, der Gastfreundschaft, Dialog und kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte verbindet. Besucher*innen finden hier nicht nur moderne Tagungsmöglichkeiten, sondern auch eine Atmosphäre, die Raum für Innehalten und Erinnern lässt – fernab von ideologischen Verklärungen, hin zu einer verantwortungsvollen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.

Die Erinnerung an die Funktion des Lebensbornheims „Sonnenwiese“ bleibt ein wichtiger Teil der lokalen Geschichte Frohburgs und des Kohrener Landes. Die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus, insbesondere im Bereich der Rassenbiologie und der Zwangsmaßnahmen gegen Frauen und Kinder, wird durch verschiedene Bildungsinitiativen und kirchliche Angebote vor Ort weitergeführt. Die Region lädt dazu ein, stillzustehen, zu lernen und die Verantwortung für die Zukunft im Licht der Geschichte wahrzunehmen.

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