Hohes Schloss
Eigenschaften
Über Hohes Schloss
Das Hohe Schloss in Füssen zählt zu den bedeutendsten und besterhaltenen Burgen der deutschen Spätgotik und prägt maßgeblich das Stadtbild. Auf einem Hügel über der Altstadt thront die mittelalterliche Anlage, die ursprünglich als Pflegschloss des Hochstifts Augsburg erbaut wurde und heute sowohl als kulturelles Zentrum als auch als historisches Zeugnis fungiert. Die Architektur des Schlosses spiegelt die wechselvolle Geschichte seiner Besitzer wider – von den Augsburger Bischöfen über bayerische Herzöge bis hin zu österreichischen und französischen Besatzern.
Die Geschichte des Schlosses reicht weit zurück. Bereits in der römischen Kaiserzeit stand auf dem Schlossberg ein Kastell namens Foetibus. Im Mittelalter wurde die Anlage im Auftrag der Augsburger Bischöfe zu einer wehrhaften Burg ausgebaut, die später als Pflegschloss diente. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es mehrfach um- und ausgebaut, wobei besonders der prächtige Ausbau unter Bischof Friedrich II. von Zollern im späten Mittelalter das heutige Erscheinungsbild prägte. Das Schloss wurde in die Stadtbefestigung integriert und verfügt über repräsentative Räume wie den Festsaal sowie wehrhafte Elemente wie Türme, Wehrgänge und den markanten Fallturm.
Heute beherbergt das Hohe Schloss zwei bedeutende Galerien. Im Nordflügel befindet sich eine Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die mit ihrer Dauerausstellung zur schwäbischen Malerei der Spätgotik zählt. Zu den Highlights gehören Glasgemälde von Hans Holbein dem Älteren und Hans Burgkmair sowie Werke regionaler Meister. Die Städtische Galerie im Obergeschoss zeigt hingegen Kunst des 19. Jahrhunderts, darunter Werke der Münchner Schule und des Grafen Pocci. Besucher können zudem den prachtvoll ausgestatteten Rittersaal besichtigen und erhalten so einen Einblick in die kulturelle Blütezeit der Region zur Zeit Kaiser Maximilians I.
Ein Spaziergang auf dem Wehrgang und der Aufstieg in den Fallturm bieten nicht nur faszinierende Ausblicke über Füssen und das angrenzende Umland, sondern auch Einblicke in das Leben der Burgbewohner und Türmer vergangener Zeiten. Die Veitskapelle, die wohl höchste Schlosskapelle Deutschlands, lädt zu einer ruhigen Besinnung ein. Während einige Bereiche des Schlosses kostenfrei zugänglich sind, ermöglichen Führungen einen vertieften Einblick in die kunsthistorischen und baugeschichtlichen Schätze des Ortes.