Denkmal/Gedenkstätte

Fritz Koenig: Großer St. Martin

Robert-Koch-Straße, 84032 Landshut

Highlights

  • 1993 übergibt Fritz Koenig die Skulptur *Großer St. Martin* an Landshut als Dauerleihgabe.
  • 1998 wird die Figur im neu errichteten Skulpturenmuseum Hofberg (heute Koenigmuseum) präsentiert.
  • Die Bronzeskulptur (1959/60) zeigt den heiligen Martin als Reiter mit Umhang – ein zentrales Werk Koenigs.

Tipps

  • Die Skulptur ‚Großer St. Martin‘ zeigt eine monumentale Darstellung des Heiligen mit markantem, schlichtem Stil und betont die menschliche Gestalt in reduzierter Form.
  • Ein barrierefreier Zugang ermöglicht Besuchern die Betrachtung der Skulptur ohne Hindernisse, da der Weg rollstuhlgerecht gestaltet wurde.
  • Die Umgebung des Skulpturenmuseums bietet ausreichend Platz für eine ruhige und ungestörte Betrachtung der Kunstwerke im Freien.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Fritz Koenigs Großer St. Martin – Landshut

In Landshut erhebt sich eine der bedeutendsten Skulpturen des 20. Jahrhunderts: der „Große St. Martin“ von Fritz Koenig. Die monumentale Bronzefigur, geschaffen 1998, ist ein zentraler Beitrag des renommierten Künstlers zur Stadtlandschaft und ein herausragendes Beispiel seiner humanistischen Kunstauffassung. Koenig, der 1993 der Stadt Landshut sein Werk und seine Stiftung vermachte, schuf mit dieser Arbeit ein Symbol für christliche Nächstenliebe und menschliche Verbundenheit – inspiriert von der Legende des heiligen Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte.

Der „Große St. Martin“ ist nicht nur eine der größten Skulpturen Koenigs, sondern auch ein Meisterwerk seiner Spätphase, in der er sich intensiv mit religiösen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzte. Die Figur zeigt den Heiligen in einer dynamischen, fast schwebenden Haltung, die Bewegung und Wärme ausstrahlt. Durch die harmonische Verbindung von Form und Material – die glatte Bronzepatina und die geschmeidigen Linien – wirkt die Skulptur zeitlos und universell zugänglich. Sie steht als Gegenentwurf zu statischen Monumenten und betont stattdessen die Menschlichkeit des Dargestellten.

Der Standort der Skulptur im Stadtgebiet Landshuts ist bewusst gewählt: Sie dient als kulturelles Wahrzeichen und verweist auf die enge Verbindung der Stadt zu ihrer christlichen Tradition. Gleichzeitig wird sie zum Ort der Begegnung, an dem Besucher innehalten und die Botschaft des Heiligen nachvollziehen können. Der „Große St. Martin“ ist damit nicht nur ein Kunstwerk, sondern auch ein Ort der Reflexion über Werte wie Solidarität und Mitgefühl – Themen, die bis heute aktuell bleiben.

Fritz Koenig prägte mit Werken wie diesem das Bild der deutschen Skulptur des 20. Jahrhunderts. Sein Vermächtnis lebt in Landshut weiter, wo das 1998 eröffnete Koenigmuseum – ursprünglich als Skulpturenmuseum konzipiert – bis heute seine künstlerische Entwicklung und philosophischen Ansätze dokumentiert. Die Skulptur selbst bleibt ein fester Bestandteil des kulturellen Erbes der Stadt und ein Anziehungspunkt für Kunstliebhaber und Geschichtsinteressierte.

Wer den „Großen St. Martin“ besucht, erlebt eine Skulptur, die über ihre reine Präsenz hinauswirkt: Sie lädt zum Verweilen ein, regt zum Nachdenken an und zeigt, wie Kunst gesellschaftliche Impulse setzen kann. Als eines der wenigen Werke Koenigs in seiner Heimatstadt ist sie ein besonderer Ort der Begegnung zwischen Kunst, Geschichte und lebendiger Tradition – ein Beweis dafür, dass Kunst nicht nur dekorativ, sondern auch handlungsorientiert sein kann.

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