St. Jakobus Maior Kirche
Highlights
- Die St. Jakobus Maior Kirche in Gersthofen wurde 1854/55 im neuromanischen Stil erbaut und ist als Baudenkmal geschützt.
- Auf dem Gelände der Kirche wurden Reste eines römischen Merkurheiligtums aus dem 1. Jahrhundert entdeckt.
- Die Pfarrei St. Jakobus major bildet seit 2006 eine Gemeinschaft mit Maria, Königin des Friedens.
Tipps
- Die Kirche liegt auf einer Anhöhe nördlich des Ortsrandes, gut sichtbar am ehemaligen Römerweg Via Claudia.
- Der heutige Kirchenbau wurde 1854/55 errichtet und 1924/25 erweitert, ältere Bauphasen reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück.
- Im Fundament des Vorgängerbaus wurden römische Spolien gefunden, darunter ein Marmoraltar des Kultes um Merkur.
Eigenschaften
Über St. Jakobus Maior Kirche
Die St. Jakobus Maior Kirche in Gersthofen im Landkreis Augsburg ist eine römisch-katholische Pfarrkirche, die sich nördlich am Ortsausgang auf einer Anhöhe befindet. Sie steht direkt am Rande einer Hochtrasse, die in römischer Zeit als Via Claudia genutzt wurde. Der Kirchenbau wurde nach weitgehendem Abriss des Vorgängerbaus im 19. Jahrhundert errichtet und später im frühen 20. Jahrhundert erweitert. Heute ist die Kirche als Baudenkmal geschützt und bildet zusammen mit der Kirche Maria, Königin des Friedens seit 2006 eine Pfarreiengemeinschaft.
Die Geschichte der Kirche reicht weit zurück. Beim Abriss des alten Kirchengebäudes im 19. Jahrhundert wurden Fundamente eines römischen Merkurheiligtums aus dem 1. Jahrhundert entdeckt. Ob dies auf einen lokalen Tempel oder eine nachträgliche Nutzung des Ortes für christliche Zwecke hinweist, bleibt unklar. Der Standort lag günstig an einer wichtigen Römerstraße Richtung Donau. Bereits um das Jahr 800 entstand an dieser Stelle eine hölzerne Eigenkirche. Im 12. Jahrhundert folgte ein steinerner Bau, der im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und erweitert wurde. Der gotische Westturm wurde 1620 erneuert, das Langhaus 1670/71 vergrößert und 1754 der Chor neu errichtet.
Der heutige Kirchenbau im neuromanischen Stil entstand in den Jahren um 1854/55 nach Plänen des Architekten Georg von Stengel. Dabei wurde der ältere Turm in die neue Anlage integriert. Die Weihe des Gotteshauses erfolgte einige Jahre später. Innenräume wurden unter anderem von Joseph Kober gestaltet. In den Jahren 1924/25 fand ein grundlegender Umbau statt: Der Westturm wurde abgebrochen und durch einen neuen Turm an der Südseite ersetzt. Gleichzeitig wurde das Kirchenschiff nach Westen verlängert. Die Kirche verzeichnete im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ein starkes Gemeindewachstum.
Die St. Jakobus Maior Kirche ist nicht nur ein sakraler Ort für die katholische Gemeinde, sondern auch ein geschichtsträchtiges Bauwerk mit archäologischem Fundmaterial aus der Römerzeit. Sie steht in enger Verbindung zur regionalen Geschichte und beherbergt bis heute eine tägliche Messe. Das Gelände grenzt an die historische Via Claudia und vermittelt einen Eindruck der langen Tradition christlicher Präsenz am Ort. Die Kirche wird zudem von Pilgern auf dem Jakobsweg genutzt, die sich auf dem Weg nach Santiago befinden.