Denkmal/Gedenkstätte

Isenschnibber Feldscheune

An d. Gedenkstätte 1, 39638 Gardelegen

Highlights

  • Die Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe erinnert an das Massaker vom 13. April 1945, bei dem über 1000 KZ-Häftlinge ermordet wurden.
  • Das Dokumentationszentrum wurde 2020 zum 75. Jahrestag des Massakers eröffnet und beherbergt eine Dauerausstellung.
  • Die Stätte liegt nordöstlich von Gardelegen und ist heute ein internationaler Ort der Erinnerung und Bildung.

Tipps

  • Eintritt zur Gedenkstätte ist kostenlos; das neu errichtete Dokumentationszentrum bietet informative Dauerausstellungen und Veranstaltungen an.
  • Toiletten sind vor Ort vorhanden und sauber; barrierefreier Zugang ist eingeschränkt, Hinweise dazu erhältlich.
  • Parkplätze in der Nähe der Gedenkstätte sind begrenzt; Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist möglich.

Eigenschaften

Outdoor Familie Entspannt Ganzjährig

Über Isenschnibber Feldscheune

Die Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe in Gardelegen erinnert eindrucksvoll an eines der grausamsten Verbrechen der nationalsozialistischen Endphase im Jahr 1945. In der Feldscheune des ehemaligen Gutes Isenschnibbe wurden über tausend KZ-Häftlinge auf brutale Weise ermordet, nachdem sie auf sogenannten Todesmärschen aus verschiedenen Lagern in die Region getrieben worden waren. Die Opfer kamen aus zahlreichen europäischen Ländern und waren zuvor aus den von den Alliierten geräumten Außenlagern des KZ Mittelbau-Dora sowie des KZ Neuengamme in Richtung Norden marschiert worden. Aufgrund zerstörter Infrastruktur und herannahender Frontlinien wurden sie in der Region um Gardelegen festgehalten, wo schließlich das Massaker geschah.

Heute ist die Gedenkstätte ein zentraler Ort der Erinnerung, Bildung und Forschung. Seit 2020 verfügt sie über ein neu errichtetes Dokumentationszentrum, das sowohl eine Dauerausstellung als auch wechselnde Sonderausstellungen beherbergt. Die Anlage ist weitläufig angelegt und ermöglicht einen reflektierten Umgang mit der Geschichte durch geführte Besuche, pädagogische Angebote und multimediale Elemente. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der internationalen Dimension des Verbrechens sowie auf der biografischen Erforschung der Opfer. Ein digitales Gedenkbuch ermöglicht es, sich mit den Schicksalen der bislang identifizierten Toten auseinanderzusetzen.

Die Gedenkstätte liegt nordöstlich von Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel und ist Teil der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt. Sie steht in enger Verbindung mit dem Todesmarschdenkmal Dolle, das rund 50 Kilometer südöstlich in der Gemeinde Burgstall liegt. Beide Orte dokumentieren exemplarisch die Verbrechen der Todesmärsche in den letzten Kriegsmonaten und ihre nachhaltige Erinnerungskultur. Die Gedenkstätte ist barrierefrei zugänglich und bietet saubere sanitäre Einrichtungen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Besucher*innen berichten von einer intensiven und bewegenden Atmosphäre, die tief unter die Haut geht. Die ruhige, gepflegte Anlage mit ihren Denkmälern, Erinnerungssteinen und den Überresten der Feldscheune lädt zur Besinnung und Reflexion ein. Die klare didaktische Ausrichtung der Ausstellungen und die hohe pädagogische Qualität der Angebote machen den Ort zu einem wichtigen Standort außerschulischen Lernens. Die Gedenkstätte ist nicht nur Mahnmal, sondern auch Zeugnis der Verantwortung gegenüber den Opfern und ihrer Geschichte.

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