Ölförderungsanlage
Highlights
- In Geeste wird Erdöl seit Jahrzehnten gefördert und trägt zur regionalen Energieversorgung bei.
- Die Ölförderungsanlage ist Teil eines breiten Wirtschaftsstandorts mit über 900 ansässigen Betrieben.
- Neben der Erdölförderung prägen Torfabbau und Industrie die Wirtschaftsgeschichte der Gemeinde.
Tipps
- Die Ausstellung ist täglich über ein elektronisches System zugänglich, Sommerzeit bis 20 Uhr, Winterzeit bis 17 Uhr.
- Führungen finden zu besonderen Anlässen statt, Anmeldung per E-Mail oder Telefon ist erforderlich.
- Der Eintritt ist frei, für Kinder unter 12 Jahren ist der Besuch nur bedingt geeignet.
Eigenschaften
Über Ölförderungsanlage
Die Ölförderungsanlage in Geeste ist nicht nur ein Zeugnis der regionalen Industriegeschichte, sondern auch Schauplatz bedeutsamer historischer Ereignisse der Zeit zwischen 1933 und 1945. Ursprünglich im Zusammenhang mit der Erdölförderung entstanden, wurde das Gelände im Zweiten Weltkrieg zum Standort des ehemaligen Emslandlagers XII Dalum. Heute erinnert der Denkmalort an diese dunkle Zeit und dient als Bildungsstätte für Besucher aus der Region und darüber hinaus. Die Anlage befindet sich im Landkreis Emsland im Bundesland Niedersachsen und ist Teil eines größeren Erinnerungskomplexes, der die Spuren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft im Emsland sichtbar macht.
Die erhaltenen Gebäude des ehemaligen Lagers – darunter das Transformatorhaus und das Wachgebäude – wurden denkmalschutzgerecht saniert und beherbergen heute eine informative Dauerausstellung. Diese dokumentiert nicht nur die Geschichte des Lagers XII Dalum, sondern auch die von Kriegsgräberstätten im Emsland und in der Grafschaft Bentheim. Die Ausstellung ist täglich über ein elektronisches System zugänglich und richtet sich an ein breites Publikum – mit dem Hinweis, dass sie für Kinder unter zwölf Jahren nur bedingt geeignet ist. Der Eintritt ist frei, und der Besuch bietet eine eindringliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Der Erinnerungsort wird regelmäßig durch geführte Besichtigungen ergänzt, die tiefere Einblicke in die Geschichte der Lager und der Kriegsgräberstätten ermöglichen. Diese Führungen finden zu besonderen Gedenktagen statt, wie beispielsweise beim „Tag des offenen Denkmals“, und können auch privat gebucht werden. Sie bieten nicht nur historische Aufklärung, sondern auch Raum für Diskussion und Reflexion. Die Gemeinde Geeste engagiert sich dabei besonders dafür, dass die Erinnerung an die Opfer und die Verbrechen des Nationalsozialismus lebendig bleibt.
Die Ölförderungsanlage steht somit exemplarisch für die industrielle und historische Entwicklung der Gemeinde Geeste. Diese ist heute ein dynamischer Wirtschaftsstandort mit über 900 ansässigen Betrieben, geprägt durch Sektoren wie Kunststoff- und Metallverarbeitung, Tiefbau sowie Lebensmittelproduktion. Die industrielle Basis, die einst durch Torfabbau und Erdölförderung gelegt wurde, hat sich zu einem modernen und vielfältigen Wirtschaftsraum entwickelt. Der Erinnerungsort selbst liegt im Industriegebiet an der A31 und verbindet so auf eindrucksvolle Weise Vergangenheit und Gegenwart.
Der Ort zieht nicht nur Interessierte der Zeitgeschichte an, sondern wird auch von Schulklassen und Bildungseinrichtungen als Pflichtstation wahrgenommen. Die hohe Bewertung durch Besucher unterstreicht die Bedeutung des Ortes als Mahnmal und Lernort. Die klare inhaltliche Ausrichtung, die sensible Präsentation der historischen Fakten sowie die kontinuierliche pädagogische Arbeit machen die Ölförderungsanlage zu einem unverzichtbaren Teil des kulturellen und historischen Gedächtnisses der Region.