Denkmal/Gedenkstätte

Steinkiste von Flögeln

27624 Flögeln

Highlights

  • Die Steinkiste von Flögeln ist eine endjungsteinzeitliche Grabkiste im Elbe-Weser-Dreieck in Niedersachsen.
  • Sie liegt exzentrisch in einer Steinsetzung und war Teil eines großen Gräberfeldes, das seit 1956 erforscht wird.
  • Im Inneren fand sich der unbeigabene Leichenschatten eines etwa 1,80 m großen Erwachsenen in Hockerlage.

Tipps

  • Beim Besuch der Steinkiste von Flögeln lohnt sich ein Abstecher zum nahegelegenen Vorgeschichtspfad für mehr Kontext zur Steinzeitkultur.
  • Der archäologische Park ist über einen Lehrpfad erschlossen, der sich für interessierte Besucher mit Zeit und Ruhe eignet.
  • Einige Grabbeigaben wurden nicht gefunden, doch der erhaltene Leichenschatten in Hockerstellung gibt Aufschluss über Bestattungsbräuche der Jungsteinzeit.

Eigenschaften

Outdoor Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Steinkiste von Flögeln

Die Steinkiste von Flögeln ist eine archäologische Grabstätte der Einzelgrabkultur und zählt zu den bedeutenden Kulturdenkmälern im Landkreis Cuxhaven, Niedersachsen. Sie entstand gegen Ende der Jungsteinzeit und bildet den Mittelpunkt eines ehemaligen Gräberfeldes. Das Denkmal liegt in unmittelbarer Nähe zur Stadt Geestland und ist heute Teil eines archäologischen Parks, der über einen Lehrpfad erschlossen ist. Die Grabanlage wurde in den 1950er Jahren erstmals umfassend untersucht.

Das Bauwerk besteht aus einer rechteckigen Steinkiste, die in eine runde Steinsetzung eingebettet ist. Die Kiste selbst ist aus plattenartigen Seitensteinen und einem monolithischen Deckstein errichtet. Sie misst etwa 1,45 Meter in der Länge, 0,94 Meter in der Breite und 0,52 Meter in der Höhe. Der Boden wird größtenteils von einer großen Steinplatte gebildet. Die gesamte Anlage war einst von einem Grabhügel mit einem Durchmesser von rund 28 Metern und einer Höhe von 2,3 Metern bedeckt. Die Steinsetzung verfügt zusätzlich über einen inneren konzentrischen Kranz aus kopfgroßen Steinen.

Bei der Ausgrabung erwies sich das Innere der Steinkiste als ungestört. Der Leichnam eines etwa 1,80 Meter großen Erwachsenen befand sich in Hockerstellung, auf der linken Seite liegend, mit dem Kopf in Richtung Südost. Im Gegensatz zu anderen Fundstellen wurden keine Grabbeigaben entdeckt. Lediglich im Umfeld der Anlage fanden sich Keramikscherben der späten Jungsteinzeit sowie Fragmente eines fingernagelverzierten Riesenbechers, die zeitlich zu den jüngsten Schichten des nahegelegenen Ganggrabes „Flögelner Holz“ gehören.

Die Steinkiste von Flögeln entspricht in ihrer Bauweise und Dimension typischen Merkmalen der endneolithischen Einzelgrabkultur. Vergleichbare Anlagen finden sich in Schleswig-Holstein und Jütland, wo sie aufgrund ihrer geringen Größe auch als „Zwergkisten“ bezeichnet werden. Diese Kisten unterscheiden sich deutlich von den megalithischen Grabanlagen der Bronzezeit, wie sie beispielsweise in Meckelstedt oder Heerstedt vorkommen. Die Anlage dürfte ein zentraler Bestandteil einer Nekropole gewesen sein, die sich über mehrere Jahrhunderte sukzessive entwickelte.

Heute bietet die Stätte eine ruhige Atmosphäre und lädt zu einer Momenten der Besinnung ein. Der archäologische Park ist über einen Lehrpfad erschlossen, der auch Verbindungen zum Vorgeschichtspfad Flögeln aufweist. Die Steinkiste ist ein Zeugnis der nordischen Megalitharchitektur und spiegelt die Bestattungsbräuche der späten Jungsteinzeit wider. Sie steht als geschütztes Kulturdenkmal unter Denkmalschutz und wird als Teil der regionalen Kulturlandschaft zwischen Elbe und Weser gewürdigt.

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