Kirche/Kloster

Kirche - Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Kairlindach

Kairlindacher Str. 32, 91085 Weisendorf

Highlights

  • Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Kairlindach besitzt einen gotischen Chorraum aus dem 15. Jahrhundert und einen ältesten Turmteil aus frühmittelalterlicher Zeit.
  • 1913 entstand ein Jugendstil-Neubau mit neobarocken Elementen, kombiniert mit barocken Altarteilen und einer farbigen Innenraumgestaltung von 1986 durch Siegfried Ehrenfeld.

Tipps

  • Ein rollstuhlgerechter Zugang ermöglicht Besuchern den barrierefreien Eintritt in den Kirchenraum.
  • Der historische Turm zeigt mit seinen massiven Quadern und der barocken Haube verschiedene Bauphasen seit dem Mittelalter.
  • Die farbliche Neugestaltung des Innenraums verbindet durch harmonische Farben gotische, barocke und jugendstilprägende Elemente.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Evangelisch-Lutherische Kirche Kairlindach Weisendorf

Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Kairlindach in Weisendorf beherbergt eine historische Kirche, die durch ihre architektonische Vielfalt und künstlerische Gestaltung besticht. Der älteste erhaltene Teil ist der untere Turmabschnitt, dessen mächtige Quadersteine auf eine frühe Bauphase hinweisen. Der gotische Chorraum stammt aus dem 15. Jahrhundert und bildet das architektonische Herzstück der Anlage.

Im Jahr 1737/38 wurde der Turm umgestaltet und mit einer prächtigen barocken Haube versehen, die dem Ensemble einen neuen Charakter verlieh. Ein weiterer prägender Moment war der Neubau des Langhauses 1913 im Stil der ausgehenden Jugendzeit mit neobarocken Elementen. Dieser Neubau verband moderne Formen mit historischen Bezügen, etwa durch die Wiederverwendung alter barocker Teile beim Altar und der Kanzel, die vom Bildhauer und Architekten Johannes Scharrer neu gestaltet wurden.

Die farbenfrohe Innenraumgestaltung von 1986 durch den Münchener Künstler Siegfried Ehrenfeld schuf eine harmonische Einheit aus den verschiedenen Stilepochen – Gotik, Barock und Jugendstil. Besonders beeindruckend sind die drei kleinen Taufkapellenfenster, die als frühe Serienkunst der Jahrhundertwende von Gemeindegliedern gestiftet wurden. Auch das barocke Oberlender-Epitaph von 1797, das den „edelsten und besten Menschenfreund“ Friedrich Gottlieb von Oberlender ehrt, zeugt von der emotionalen Ausdruckskraft der Epoche.

Ein weiteres Highlight ist das Auferstehungsbild aus dem Jahr 1688, das den triumphierenden Christus als strahlenden Sieger über den Tod darstellt. Ergänzt wird das künstlerische Programm durch ein dramatisches Geißelungsbild, das den leidenden Christus in barocker Theatralik zeigt. Die Kirche bietet zudem barrierefreie Zugänge, darunter einen rollstuhlgerechten Eingang und Parkplatz, und lädt Besucher ein, die Verbindung von Geschichte und Kunst zu erleben.

Mit ihrer einzigartigen Mischung aus historischen Schichten und künstlerischen Schätzen ist die Kirche ein bedeutendes Sakralbauwerk in der Region und ein Ort der Besinnung, der sowohl Gläubige als auch Kulturinteressierte anspricht. Die Gemeinde pflegt den Ort als lebendigen Raum des Glaubens und der Begegnung, der gleichzeitig Zeugnis der regionalen Bau- und Kunstgeschichte ablegt.

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