Denkmal/Gedenkstätte

Denkmal zum Ersten Weltkrieg

Weseler Str. 3, 48151 Münster

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Denkmal zum Ersten Weltkrieg

Das Denkmal zum Ersten Weltkrieg in Münster erinnert an die gefallenen Soldaten des 4. Westfälischen Kürassier-Regiments „von Driesen“. Es steht auf einer Grünfläche am Aegidiitor, dort wo einst die Kaserne des Regiments lag. Die monumentale Anlage wurde am 1. Juli 1964 eingeweiht und ist das dritte Denkmal an dieser Stelle. Es folgt gestalterisch dem Vorgänger von 1930, wobei die Bildtafeln und Inschriften den Verlust der Kürassiere im Ersten Weltkrieg thematisieren. Das Denkmal ist als Baudenkmal bei der städtischen Denkmalbehörde eingetragen.

Gestaltet wurde das Denkmal von Bernhard Graf von Plettenberg aus Lohne bei Soest. Der Mauerwerksockel gliedert sich durch drei Bildtafeln, die Szenen aus dem Krieg darstellen: eine Patrouille mit Kürassier zu Pferd, ein Kürassier vor einem Grab sowie eine heroisierende Kampfszene aus dem Jahr 1918. Die Seiten des Denkmals tragen Ehrentafeln mit den Namen und Dienstgraden der zwischen 1914 und 1920 gefallenen Soldaten. Insgesamt verlor das Regiment während des Ersten Weltkriegs 209 Männer. Die Inschriften betonen den heroischen Tod „für König und Vaterland“ und spiegeln die militaristische Haltung der frühen Gedenkfeiern wider.

Das Kürassier-Regiment Nr. 4 wurde bereits 1717 gegründet und später nach Georg Wilhelm von Driesen benannt. Es nahm an zahlreichen Konflikten teil, darunter den Schlesischen Kriegen, dem Siebenjährigen Krieg und den Einigungskriegen. Während des Ersten Weltkriegs kämpfte das Regiment in Polen, Russland und Frankreich. Mit dem Fortschreiten des Krieges verlor die Kavallerie zunehmend an Bedeutung, da Pferde durch moderne Waffentechnik verdrängt wurden. Nach 1918 wurde das Regiment in die Reichswehr übernommen. Die früheren Denkmäler von 1924 und 1930 wurden durch die Kriegseinwirkung beeinträchtigt – die Metallplatten des zweiten Denkmals wurden 1942 für die Kriegsproduktion eingeschmolzen.

Die Gedenkfeiern der frühen Jahre waren geprägt von kaisertreuer Rhetorik und Verklärung des Kriegsendes. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Denkmal weiter als Ort der Erinnerung. So fand 1964 eine gemeinsame Gedenkveranstaltung der Münsteraner Soldatenverbände statt. In den folgenden Jahrzehnten verlagerte sich der Schwerpunkt der Gedenkfeiern zunächst zum „Dreizehner-Ehrenmal“ und später in den Rathausinnenhof. Dennoch bleibt das Kürassier-Denkmal ein zentraler Ort der Erinnerung an die Opfer des Ersten Weltkriegs in Münster. 2001 wurde es umfangreich saniert, um den Spuren von Witterungseinflüssen und Vandalismus zu begegnen.

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