Denkmal/Gedenkstätte

Gaubahn-Denkmal

97253 Gaukönigshofen

Highlights

  • Der ehemalige Bahnhof Gaukönigshofen ist seit 2020 Gedenkort für deportierte Jüdinnen und Juden.
  • Das erhaltene Agenturgebäude dient heute dem Musikverein als Übungsraum.
  • Die Denkmalnummer des Baudenkmals lautet D-6-79-134-107.

Tipps

  • Das ehemalige Agenturgebäude des Bahnhofs Gaukönigshofen ist heute Übungsraum des Musikvereins und steht unter Denkmalschutz.
  • Entlang des Gaubahn-Radwegs sind noch Teile der ehemaligen Gleisanlagen und das Lagerhaus zu sehen.
  • Ein steinerner Koffer am Bahnhof erinnert seit 2020 an die Deportationen jüdischer Bewohner aus Gaukönigshofen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Gaubahn-Denkmal

Das Gaubahn-Denkmal in Gaukönigshofen erinnert an die ehemalige Bedeutung des Ortes als Verzweigungsbahnhof der Gaubahn. Diese Bahnstrecke verband Ochsenfurt über Bieberehren und Röttingen mit Weikersheim und war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in der Region. Der Bahnhof wurde im November mit Eröffnung der Strecke in Betrieb genommen und diente zunächst als regulärer Personen- und Güterbahnhof. Südlich des ehemaligen Bahnübergangs zur Staatsstraße 2270 gelegen, befindet sich das Areal heute direkt am Gaubahn-Radweg und lädt damit zu einer historischen Rundreise ein.

Das ehemalige Agenturgebäude ist ein schlichtes, einstöckiges Holzhaus, das heute der Gemeinde gehört und vom Musikverein Gaukönigshofen e.V. als Übungsraum genutzt wird. Einst verfügten die Bahnanlagen über ein Durchgangsgleis, ein Überholgleis mit zwei ungebauten Außenbahnsteigen sowie weitere Schienen zur Verladerampe und zur Rübenverladung. Besonders die Zuckerrübenverladung war über Jahrzehnte ein zentraler Bestandteil des Güterverkehrs. Technische Fortschritte brachten hier Anpassungen: Nach der Handverladung bis 1959 folgte 1960 eine fahrbare Hebekippbühne, die später durch ein moderneres Modell ersetzt wurde. Ab 1975 erfolgte die Abfuhr per LKW.

Ein Teil der historischen Bausubstanz ist bis heute erhalten geblieben. Neben dem Empfangsgebäude steht auch das ehemalige Lagerhaus noch. Andere Elemente wie die Gleisanlagen oder die Verladerampe wurden im Zuge von Umbaumaßnahmen abgerissen. So verschwinden nach und nach die letzten Spuren der ehemaligen Bahninfrastruktur. Seit 2020 erinnert ein steinerner Koffer am Bahnhof an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung – konkret an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Gaukönigshofen, die deportiert oder ermordet wurden. 2021 wurde der Gedenkort durch einen Kinderkoffer ergänzt, um die Erinnerung an die unschuldigen Opfer weiter zu verstärken.

Das Gelände des ehemaligen Bahnhofs ist als Baudenkmal unter der Nummer D-6-79-134-107 in der Denkmalliste des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege verzeichnet. Damit wird der historische Wert der Anlage offiziell anerkannt. Obwohl die Nutzung des Bahnhofs als Verkehrsknotenpunkt längst eingestellt wurde, bleibt seine kulturelle und historische Bedeutung für Gaukönigshofen und die Region bestehen. Die Kombination aus technischer Geschichte, regionaler Bedeutung und Mahnmalcharakter macht den Ort zu einem stimmungsvollen Ausflugsziel im Landkreis Würzburg.

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