Feuchtwald bei Haus Steprath
Highlights
- Das Naturschutzgebiet Feuchtwald bei Haus Steprath in Geldern schützt einen Erlen-Auenwald als Lebensraum seltener Arten.
- Das 0,53 Hektar große Gebiet ist seit 1993 unter Naturschutz und umfasst Feuchtwaldbereiche entlang eines Bachlaufs.
- Kennzeichnend sind Bestände aus Kiefern-, Birken- und Eichenwald sowie Pfeifengras-Fluren und heimische Pflanzenarten.
Tipps
- Besuchen Sie das Naturschutzgebiet Feuchtwald bei Haus Steprath in Geldern, um einen Erlen-Auenwald und verschiedene Feuchtbiotope zu erleben.
- Achten Sie auf die besondere Vegetation entlang des temporär wasserführenden Bachlaufs, darunter Winkel-Segge und Pfeifengras-Fluren.
- Beachten Sie die angrenzenden Schutzziele und entwickelten Birken-Unterwuchsflächen östlich des Forstbereichs.
Eigenschaften
Über Feuchtwald bei Haus Steprath
Der Feuchtwald bei Haus Steprath ist ein Naturschutzgebiet im nordrhein-westfälischen Geldern, gelegen im Kreis Kleve. Das rund 0,53 Hektar große Areal wurde 1993 rechtswirksam zum Landschaftsschutzgebiet (LSG) erklärt und 1995 vollständig in Kraft gesetzt. Es liegt im Regierungsbezirk Düsseldorf und zählt zu den geschützten Flächen des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Schutzziel des Gebiets richtet sich gemäß § 20 des Landschaftsgesetzes NRW auf den Erhalt und die Pflege des Erlenbruches als Lebensraum vielfältiger Tier- und Pflanzenarten.
Das Gelände setzt sich hauptsächlich aus Kiefernforst auf sandigem Boden zusammen. In Teilen des Waldes wurden Kiefern gefällt, woraufhin sich ein dichter Birkenunterwuchs entwickelt hat. Charakteristisch sind zudem Pfeifengras-Fluren mit Anteilen an Heidekraut und Blaubeeren. Im westlichen Bereich grenzt Eichenwald an, der durch einen Erdwall entlang eines Entwässerungsgrabens begrenzt wird. Ein zeitweise wasserführender Bach durchzieht das Gebiet in Ost-West-Richtung und bildet entlang seiner Ufer schmale Streifen feuchteliebender Vegetation, darunter Winkel-Segge. Im Jahr 2010 wurden im Bachlauf starke Algenansammlungen sowie mineralische Ablagerungen beobachtet, die möglicherweise auf Einleitungen aus östlich angrenzenden Gartenbau-Betrieben zurückzuführen sind.
Das Naturschutzgebiet beherbergt verschiedene heimische Pflanzenarten, darunter Adlerfarn, Besenheide, Echte Nelkenwurz, Echtes Springkraut, Esche, Gemeines Brunnenlebermoos, Gewöhnliche Eberesche, Heidelbeere, Lärche, Pfeifengras, Sand-Birke, Schwanenhals-Sternmoos, Schwarz-Erle, Stechpalme, Wald-Geissblatt, Wald-Kiefer und Winkel-Segge. Tierarten des Gebiets sind bisher weniger detailliert dokumentiert, jedoch wird der Erhalt eines artenreichen Lebensraums angestrebt. Biotoptypen gemäß § 62 Landschaftsgesetz sind im Gebiet nicht nachgewiesen. Allerdings grenzen unmittelbar westlich schutzwürdige Feuchtwaldbereiche entlang des Bachlaufs an, die ökologisch bedeutsam sind.
Das Schutzgebiet wird heute als nicht mehr naturschutzwürdig eingestuft, dennoch spielen Erhaltungsmaßnahmen eine Rolle, um den Erlen-Auenwald langfristig zu stabilisieren. Zu den identifizierten Gefährdungen zählen unter anderem Veränderungen im Wasserhaushalt sowie mögliche Einträge aus der näheren Umgebung. Die Fläche wird als Vorwald- und Pionierwaldgebiet klassifiziert, wobei insbesondere der Erhalt feuchter Waldstandorte im Fokus der Pflegemaßnahmen liegt.