Missionsmuseum
Highlights
- Das Missionsmuseum Eresing-St. Ottilien zeigt 1300 ethnologische und naturhistorische Exponate aus Afrika, Korea und anderen Missionierungsgebieten seit 1887.
- Barrierefreier Zugang mit Aufzug, rollstuhlgerechtem Parkplatz und WC ermöglicht allen Besuchern die Erkundung der historischen Sammlung und modern aufbereiteten Dauerausstellung.
- Seit 2011 wurde der Bestand wissenschaftlich erforscht, klimatechnisch saniert und als lebendiges Kulturgut für Ausstellungen und Forschung weltweit verfügbar gemacht.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität eine ungehinderte Erkundung aller Ausstellungsbereiche durch einen rollstuhlgerechten Aufzug.
- Die Dauerausstellung präsentiert etwa 1300 ethnologische und naturhistorische Exponate aus Afrika, Korea sowie anderen Missionsgebieten in thematisch geordneten Räumen.
- Kleine Wechselausstellungen ergänzen die Dauerpräsentation und bieten Einblicke in ausgewählte Objekte aus dem umfangreichen Depotbestand von über 000 Sammlungsstücken.
Eigenschaften
Missionsmuseum Eresing-St. Ottilien: Kultur-Ausflug
Das Missionsmuseum in Eresing-St. Ottilien ist ein faszinierendes Zeugnis der historischen Tätigkeit der Missionsbenediktiner und bietet einen einzigartigen Einblick in die kulturellen und naturhistorischen Schätze aus ihren Missionsgebieten. Gegründet als Lehrsammlung zur Vorbereitung zukünftiger Missionare, wurde es später auch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Jahrhundert tätig waren.
Ursprünglich als praktische Hilfsmittel für die Ausbildung junger Mönche konzipiert, dienten die Objekte – darunter volkskundliche Kunstwerke, religiöse Gegenstände, Tierfelle und Pflanzen – dazu, die Missionare auf ihre Arbeit im Ausland vorzubereiten. Die Sammlung wuchs schnell an und wurde bereits 1896 als „Afrika-Museum“ dokumentiert. Allerdings erwies sich der erste Ausstellungsort als unpraktisch, da die Exponate Witterungseinflüssen ausgesetzt waren. Ab 1911 erfolgte daher ein Umzug in modernere Räumlichkeiten, bei dem die zoologische und ethnologische Sammlung erstmals zusammengeführt wurde.
Zwischen 2011 und 2015 durchlief das Museum eine umfassende Modernisierung: Die Gebäude wurden konservatorisch gesichert, die Präsentation neu gestaltet und der gesamte Bestand wissenschaftlich erfasst. Heute zeigt eine Dauerausstellung ausgewählte Highlights, während wechselnde Kabinettausstellungen aus dem Depotbestand Einblicke in weniger bekannte Schätze bieten. Besonders bemerkenswert sind lebensgroße Szenenarrangements, die typisch für missionarische Sammlungen dieser Zeit sind. Das Museum engagiert sich zudem aktiv in der Provenienzforschung und arbeitet mit internationalen Partnern zusammen, um den Kulturaustausch zu fördern.
Ein zentrales Anliegen ist der barrierefreie Zugang: Der Museumseintritt ist rollstuhlgerecht gestaltet, inklusive Aufzug und behindertengerechtem WC. Zudem wird die Sammlung in die Ausbildung neuer Mönche integriert, um historische Zusammenhänge lebendig zu halten. Seit 2007 pflegt das Museum eine enge Zusammenarbeit mit südkoreanischen Institutionen, die bereits zu mehreren Rückgaben von Objekten führte. Als Teil eines Netzwerks ethnologischer Museen verleihen die Ottilianer Exponate für Ausstellungen weltweit – stets mit dem Ziel, andere Kulturen zu vermitteln und zu würdigen.
Das Missionsmuseum in Eresing-St. Ottilien verbindet thus historische Tradition mit moderner Museumsarbeit: Es bewahrt nicht nur ein kulturelles Erbe, sondern setzt sich aktiv für dessen wissenschaftliche Aufarbeitung und interkulturellen Dialog ein. Ob als Ort der Reflexion über koloniale Sammlungsgeschichte oder als Fenster zu fremden Lebenswelten – das Museum lädt Besucher ein, die Vielfalt der Menschheit in all ihren Facetten zu entdecken.