Museum

Stiftung Saazer Heimatmuseum

Bahnhofstraße 1, 91166 Georgensgmünd-Friedrichsgmünd

Highlights

  • Die Stiftung Saazer Heimatmuseum bewahrt historische Dokumente ab dem 14. Jh., darunter Urkunden von Johannes Henslin (Johannes von Saaz).
  • 1945 errichtete die Stiftung ein symbolisches Kreuz auf dem Saazer Friedhof für hingerichtete Deutsche und Selbstmörder.
  • Das Museum dokumentiert die deutsch-böhmische Geschichte und die Rolle der jüdischen Bevölkerung in Saaz/Žatec über Jahrhunderte.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kultur-Ausflug: Saazer Heimatmuseum Friedrichsgmünd

Die Stiftung Saazer Heimatmuseum in Georgensgmünd-Friedrichsgmünd widmet sich der Bewahrung und Vermittlung des kulturellen Erbes der historischen Stadt Saaz (heute Žatec in Tschechien). Gegründet als gemeinnütziger Verein, sammelt und dokumentiert sie wertvolle Urkunden, Dokumente und Gegenstände, die die jahrhundertelange Geschichte der Region – insbesondere die deutsch-böhmische Verbindung – widerspiegeln. Besonders hervorzuheben sind frühere Funde wie Urkunden aus dem 14. Jahrhundert, verfasst von Persönlichkeiten wie Johannes Henslin, deren Bedeutung für die regionale Geschichte bis heute nachwirkt.

Ein zentrales Anliegen der Stiftung ist die Aufarbeitung der Vertreibung der deutschen Bevölkerung nach 1945 und die Erinnerung an das Leben in Saaz vor diesem einschneidenden Ereignis. Durch Ausstellungen, Vorträge und digitale Archivierungsprojekte wird das kulturelle Gedächtnis lebendig gehalten. Besonders bekannt wurde die Ausstellung *„Der Ackermann und der Tod“*, die mit ihrer emotionalen und informativen Gestaltung viele Besucher:innen ansprach und zu intensiven Gesprächen über die gemeinsame Geschichte anregte. Auch die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, etwa bei Gedenkveranstaltungen, unterstreicht den transnationalen Charakter der Arbeit.

Die Stiftung engagiert sich zudem für die Sichtbarmachung vergessener Spuren, etwa durch die symbolische Kreuzung eines Massengrabes auf dem Saazer Friedhof, das an die Opfer der Vertreibung erinnert. Durch die Zusammenarbeit mit sudetendeutschen Organisationen und historischen Initiativen wird die Verbindung zu anderen Heimatmuseen – wie der „Heimatstube“ in Georgensgmünd – gestärkt, die ebenfalls sudetendeutsche Geschichte aufarbeitet. Diese Orte bieten Forschenden und Interessierten die Möglichkeit, sich mit der komplexen Vergangenheit der Region auseinanderzusetzen und das kulturelle Erbe für zukünftige Generationen zu bewahren.

Ob durch die Präsentation historischer Dokumente, die Pflege von Zeitzeugengesprächen oder die Organisation von kulturellen Veranstaltungen – die Stiftung Saazer Heimatmuseum leistet einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur. Sie verbindet lokale Traditionen mit überregionalen Bezügen und zeigt, wie Geschichte durch gemeinsame Anstrengungen lebendig bleibt. Besonders die grenzüberschreitende Perspektive, etwa durch Kooperationen mit tschechischen Partnern, macht die Arbeit zu einem einzigartigen Projekt der Versöhnung und des kulturellen Austauschs.

Für alle, die sich für die facettenreiche Geschichte Saaz’ und die sudetendeutsche Kultur interessieren, bietet die Stiftung einen wertvollen Zugang zu einem oft übersehenen Stück europäischer Vergangenheit. Durch ihre Arbeit wird nicht nur das Wissen über die Region bewahrt, sondern auch ein Dialog über gemeinsame und geteilte Erinnerungen gefördert – ein zentrales Anliegen, das über reine Dokumentation hinausgeht.

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