Johanniskirche
Highlights
- Die Johanniskirche in Gera ist die größte evangelisch-lutherische Kirche der Stadt und hat einen 70 Meter hohen Turm.
- Die heutige neogotische Backsteinkirche wurde 1885 geweiht und entstand nach Plänen von Constantin Lipsius und August Hartel.
- Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche stark beschädigt, später in den 1970er Jahren renoviert.
Tipps
- Die Johanniskirche in Gera ist die größte evangelisch-lutherische Kirche der Stadt und verfügt über einen 70 Meter hohen Turm – ideal für einen Besuch mit historischem Kontext.
- In der Kirche finden wechselnde Veranstaltungen statt, darunter Konzerte und Gottesdienste, die über die Website der Stadtkirchgemeinde einsehbar sind.
- Die neue neogotische Backsteinkirche wurde 1885 geweiht und liegt nördlich der Altstadt an der Ecke Clara-Zetkin-Straße und Zabelstraße.
Eigenschaften
Über Johanniskirche
Die Johanniskirche in Gera ist die größte evangelisch-lutherische Kirche der Stadt und zählt zu den bedeutenden Sakralbauten Thüringens. Ursprünglich am Johannisplatz in der westlichen Altstadt erbaut, wird die erste Kirche bereits um das Jahr 1200 erwähnt. Mehrfach zerstört – durch Brandstiftung im sächsischen Bruderkrieg, durch schwedische Truppen im Dreißigjährigen Krieg und schließlich beim Stadtbrand von 1780 – wurde sie nie wieder aufgebaut. Die Ruine wurde 1824 abgetragen, doch in jüngster Zeit wurden Arbeiten zur Freilegung der ehemaligen Gruft aufgenommen, in der Mitglieder des Hauses Reuß beigesetzt waren.
Die heutige Johanniskirche entstand im Zuge der Industrialisierung im späten 19. Jahrhundert, als die wachsende Bevölkerung dringend eine weitere Pfarrkirche benötigte. Nach überwiegend spendenfinanziertem Bau wurde die neogotische Backsteinkirche 1885 geweiht. Die Architekten Constantin Lipsius und August Hartel aus Leipzig zeichneten den Entwurf. Der Kirchturm ragt mit einer Höhe von 70 Metern markant über das Stadtbild. Vor der Kirche wurde 1894 ein Reiterstandbild Kaiser Wilhelms II. errichtet, das nach 1918 wieder entfernt wurde.
Während des Zweiten Weltkriegs erlitt das Gebäude schwere Schäden durch Bombenangriffe. Zwischen 1972 und 1975 erfolgte eine umfassende Renovierung, nach der die Kirche erneut geweiht wurde. In der DDR spielte die Johanniskirche eine wichtige Rolle im friedlichen Wandel: Im Herbst 1989 wurde sie zum Treffpunkt der Donnerstagsdemonstrationen der Geraer Friedensbewegung. Zur deutschen Einheit 1990 wurde vor dem Gebäude eine Gedenklinde gepflanzt. In der Sakristei wurden zeitweise wertvolle Sarkophage des Hauses Reuß aufbewahrt, ehe diese 2007 an den Ostfriedhof umgesetzt wurden.
Die Kirche verfügt über eine historische Orgel, die bei der Einweihung 1885 von Richard Kreutzbach erbaut wurde. Im Jahr 2024 wurde der Zugangsbereich der Kirche durch Rechtsextremisten unerlaubt besetzt, woraufhin die Kirchgemeinde Strafanzeige erstattete. Die Johanniskirche bleibt ein kulturelles und spirituelles Zentrum der Stadt, in dem regelmäßig Gottesdienste, Konzerte und kulturelle Veranstaltungen stattfinden, darunter auch bemerkenswerte Aufführungen zeitgenössischer Kunst und Politik.