Denkmal/Gedenkstätte

Burg Werdeck

74582 Gerabronn

Highlights

  • Burg Werdeck liegt auf einem Sporn über dem Brettachtal bei Gerabronn.
  • Die Burg wurde im 13. Jahrhundert erbaut und ist heute bewohnt.
  • Typische Schildmauerburg mit Ringmauer, Schildmauer und fünf Ecktürmen.

Tipps

  • Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit sind ratsam, da der Weg steil und teilweise unwegsam ist.
  • Die Lauramühle im Ortsteil Bügensteben lohnt als Zwischenstopp für Kaffee und Kuchen.
  • Die Burganlage ist nur zu bestimmten Zeiten zugänglich, daher vorab die Besuchszeiten prüfen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Burg Werdeck

Die Burg Werdeck liegt im Ortsteil Amlishagen der Gemeinde Gerabronn im Landkreis Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg. Sie thront auf einem mäßig abfallenden Mündungssporn der Hohenloher Ebene über dem Brettachtal und erreicht eine Höhe von etwa 440 Metern über Normalnull. Die Anlage steht unmittelbar über dem Abfall zur sogenannten Hammerschmiedsklinge, wo ein Bach zeitweise in die Brettach mündet. Die umliegenden Hänge sind waldbestanden, wodurch die Burg aus dem Tal nur schwer einsehbar ist. In unmittelbarer Nähe befinden sich weitere Burgruinen, darunter die Bebenburg etwa zwei Kilometer östlich und die Burgruine Werdeck bei Rot am See-Werdeck etwa drei Kilometer südwestlich.

Die Burg Werdeck wurde erstmals urkundlich erwähnt und zählt zu den Spornburgen, die im 13. Jahrhundert im südwestdeutschen Raum typisch waren. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrfach umgebaut und erweitert. Sie stand unter anderem im Besitz der Herren von Amlishagen sowie der Herren von Wollmershausen. Nach dem Aussterben der Wollmershausener Anfang des 18. Jahrhunderts wechselte der Besitz mehrfach, bis 1821 ein Nachkomme des Leibarztes von Blücher, Johann Karl von Horlacher, die Anlage erwarb. Heute befindet sich die Burg im Privatbesitz und wird teilweise bewohnt. Ein Teil der Anlage ist saisonal für Besichtigungen zugänglich.

Die Anlage ist ein Beispiel einer Schildmauerburg. In den 1980er Jahren wurden umfangreiche Sicherungs- und Konservierungsarbeiten durchgeführt, wobei auch archäologische Untersuchungen stattfanden. Dabei konnten insgesamt fünf Bauphasen nachgewiesen werden, die vom 13. bis ins 16. Jahrhundert reichen. Aus der zweiten Bauphase stammt die markante Schildmauer, die mit einer Höhe von 20 Metern, einer Länge von 19 Metern und einer Dicke von 2,5 Metern die Bergseite sichert. Sie war durch einen Wehrgang gekrönt, der über eine Wendeltreppe innerhalb der Mauer erreichbar ist. In späteren Bauphasen wurden unter anderem fünf Ecktürme an die Zwingermauer angebaut. Innerhalb des Wirtschaftshofes zwischen Ortschaft und Halsgraben befindet sich heute das Schloss Amlishagen.

Der Zugang zur Burg erfolgt über einen tief eingeschnittenen Halsgraben, der die einzige nennenswerte Schwachstelle der Anlage darstellte und daher besonders geschützt wurde. Die Reste der Ringmauer aus der ersten Bauphase umschließen noch heute den Kern der Burg. Die Bausubstanz wurde durch die Restaurierungsarbeiten weitgehend erhalten, wenngleich die Anlage heute stark vom Wald bewachsen ist und nur noch eingeschränkt begehbar ist. Einige Bereiche sind für Besucher gesperrt.

Die Burg Werdeck ist weniger für ihre gut erhaltenen Strukturen bekannt, sondern vielmehr für ihre landschaftliche Lage und historische Bedeutung. Der Weg dorthin führt durch den Wald und ist teilweise steil und schlecht befahrbar. Besonders geeignet ist der Aufstieg für Personen mit guter Kondition und stabilem Schuhwerk. In der Nähe befindet sich die Lauramühle, ein Gasthaus am Brettach, das als Zwischenstopp empfohlen wird. Die Ruine selbst lädt zu einer ruhigen Wanderung in ländlicher Umgebung ein, auch wenn die sichtbaren Überreste begrenzt sind.

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