Denkmal/Gedenkstätte

ehemalige Synagoge Mayen mit Gedenktafel

Entenpfuhl 27, 56729 Mayen

Highlights

  • Die ehemalige Synagoge in Mayen war seit 1868 Sitz eines Synagogenbezirks und beherbergte Schule, rituelles Bad sowie einen Friedhof.
  • 1932 existierte in Mayen eine aktive jüdische Gemeinde mit Jugendbund und Ortsgruppe des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens.
  • Die jüdische Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück; 1895 lebten 321 jüdische Einwohner in Mayen, vor allem im Handel tätig.

Tipps

  • Die Gedenktafel an der ehemaligen Synagoge informiert über die historische Bedeutung der jüdischen Gemeinde in Mayen und deren Entwicklung seit dem Mittelalter.
  • Die Darstellung der jüdischen Geschichte vor Ort zeigt die Bedeutung des Ortes für die Erinnerungskultur und die lokale Geschichtsschreibung.
  • Fotos und Darstellungen im Umfeld der Synagoge ermöglichen einen visuellen Einblick in die Architektur und das kulturelle Erbe der jüdischen Gemeinschaft.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ehemalige Synagoge Mayen – Kulturdenkmal erkunden

In Mayen erinnert die ehemalige Synagoge an eine jahrhundertelange jüdische Präsenz in der Stadt, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Bereits im 16. Jahrhundert sind in den Aufzeichnungen jüdische Familien verzeichnet, etwa 1547 und 1563. Die Bezeichnung „Judengasse“ – später 1935 in „Kirchgasse“ umbenannt – deutet auf die historische Ansiedlung der jüdischen Bevölkerung hin. Im 19. Jahrhundert wuchs die Gemeinde kontinuierlich: 1808 lebten 56 jüdische Einwohner in Mayen, bis die Zahl 1901 mit 344 Personen ihren Höhepunkt erreichte.

Die jüdische Gemeinde war nicht nur religiös, sondern auch kulturell und schulisch aktiv. Sie unterhielt eine eigene Volksschule (seit 1875 im Gebäude *Im Hombrich 11*), das 1873 von der Gemeinde erworben worden war, sowie eine Lehrerwohnung. Zudem verfügte sie über ein rituelles Bad und einen eigenen Friedhof. Seit 1868 fungierte Mayen als Sitz eines Synagogenbezirks, was die Bedeutung der Gemeinde unterstrich. Die religiösen Bedürfnisse wurden durch angestellte Vorbeter und Schochet (Schächter) erfüllt, die auch als Hilfsvorbeter tätig waren.

Ein prägender Vertreter der Gemeinde war Albert Levy, der seit 1910 als Lehrer und Kantor wirkte. Er unterrichtete 18 Kinder in der jüdischen Volksschule und erteilte zusätzlich Religionsunterricht an öffentlichen Schulen für weitere 15 Kinder. Die Gemeinde war zudem sozial engagiert: 1932 bestand ein Jüdischer Jugendbund unter Gustav Stern, und die Ortsgruppe des *Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens* wurde von Dr. [Name nicht genannt] geleitet. Diese Strukturen spiegeln die lebendige jüdische Kultur vor Ort wider.

Die ehemalige Synagoge selbst ist heute ein Ort der Erinnerung. Eine Gedenktafel vor Ort dokumentiert die Geschichte der Gemeinde und die tragischen Ereignisse während der NS-Zeit. Die Nähe zum historischen Friedhof und der ehemaligen „Judengasse“ macht den Ort zu einem Ort der Reflexion über Vertreibung und Verlust.

Besucher können hier die Spuren einer jahrhundertelangen jüdischen Präsenz nachspüren, die eng mit dem wirtschaftlichen und sozialen Leben Mayens verwoben war. Die Gedenktafel und die umliegenden historischen Bezüge laden dazu ein, sich mit der Geschichte der jüdischen Gemeinde auseinanderzusetzen – ein bedeutender Beitrag zur kulturellen Identität der Region. Der Ort ist ein Mahnmal für Toleranz und Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus.

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