Denkmal/Gedenkstätte

ehemalige Synagoge / Betsaal Gerolstein

Lindenstraße 13, 54574 Gerolstein

Highlights

  • Die ehemalige Synagoge/Betsaal in Gerolstein entstand im 19. Jahrhundert als Zentrum einer kleinen jüdischen Gemeinde mit bis zu 64 Mitgliedern (1926).
  • Neben dem Betraum gab es eine jüdische Schule und einen Friedhof; Gewerbetreibende wie die Familie Levy betrieben Handel und Limonadenproduktion.
  • Die Gemeinde bestand bis 1933 und gehörte zum größeren Verbund mit Jünkerath, Stadtkyll und weiteren Orten im Umland.

Tipps

  • Die ehemalige Synagoge bietet Einblicke in die Geschichte der jüdischen Gemeinde Gerolsteins, die sich ab dem 19. Jahrhundert entwickelte und bis 1933 bestand.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ehemalige Synagoge Gerolstein – Kulturdenkmal erkunden

In Gerolstein erinnert die ehemalige Synagoge oder der jüdische Betsaal an eine kleine, aber bedeutende jüdische Gemeinde, die im 19. Jahrhundert hier Fuß fasste. Die Ansiedlung jüdischer Familien begann nach einer Neugründung im ausgehenden Jahrhundert, als sich die Zahl der jüdischen Einwohner schrittweise erhöhte. 1895 lebten bereits 25 Personen jüdischen Glaubens in der Stadt, bis sich die Gemeinschaft bis 1925 auf rund 60 Mitglieder vergrößerte. Zu den Pionieren zählte die Familie Levy, die 1880 aus Aachen nach Gerolstein zog und hier ein Manufaktur- und Lebensmittelgeschäft mit Limonadenproduktion und Bierlager eröffnete.

Die jüdische Gemeinde in Gerolstein verfügte über zentrale Einrichtungen, die das religiöse und soziale Leben prägten. Neben einem Betsaal gab es eine jüdische Schule sowie einen eigenen Friedhof. Die Gemeinde war Teil eines größeren Netzwerks, das auch die jüdischen Einwohner in den umliegenden Ortschaften wie Jünkerath, Schüller-Jünkerath oder Glaadt-Jünkerath umfasste. Besonders in Jünkerath bestand eine eigenständige Gemeinde, die bis in die 1930er Jahre bestand und auch Mitglieder aus Stadtkyll, Lissendorf und Dollendorf umfasste. Ein frühes Beispiel für jüdische Wirtschaftstätigkeit in der Region war die Metzgerei von Hermann Rothschild, der 1877 in der Bahnhofstraße ein Geschäft eröffnete und später auch eine Zweigniederlassung in Elsenborn (heute Belgien) betrieb.

Der Betsaal in Gerolstein diente als zentraler Ort für den religiösen Zusammenhalt der Gemeinde. Obwohl die jüdische Bevölkerung in der Region relativ klein blieb, trug sie mit ihren Gewerbetreibenden – darunter auch Händler mit Lebensmitteln und Konserven – zur wirtschaftlichen Vielfalt bei. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Gerolstein spiegelt sich nicht nur in den Gebäuden wider, sondern auch in der Erinnerungskultur, die heute an diese Zeit erinnert. Der Ort steht als Mahnmal für das kulturelle Erbe, das hier einst gelebt wurde, und als Teil der regionalen Geschichte, die bis in die Nachbargemeinden hineinreichte.

Die ehemalige Synagoge oder der Betsaal ist heute ein historisches Denkmal, das die Spuren jüdischer Präsenz in Gerolstein bewahrt. Die Erinnerungsarbeit vor Ort dokumentiert die Geschichte der Gemeinde und ihrer Mitglieder, darunter auch die Familie Levy, die mit ihrem Geschäft einen wichtigen Beitrag zur lokalen Wirtschaft leistete. Der Ort lädt dazu ein, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und die Bedeutung jüdischer Lebenswelten in der Region zu würdigen. Als Teil des kulturellen Erbes Gerolsteins bleibt er ein Ort der Reflexion über Geschichte und Identität.

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…