Museum

Museum des Saarländischen Aberglaubens

Erfweiler Str. 3, 66399 Gersheim-Rubenheim

Highlights

  • Das Museum zeigt Deutschlands zweitgrößte Sammlung saarländischen Aberglaubens mit über 2.000 Objekten wie Amuletten und Talismanen.
  • Jedes Exponat ist durch Zeitzeugendokumentationen aus dem Saarraum wissenschaftlich belegt – einzigartig in Deutschland.
  • Ausstellungen wie einfache Spielzeuge oder Sonderpräsentationen zu Zahnstochern und Eheringen ergänzen die Dauerausstellung.

Tipps

  • Ein rollstuhlgerechter Parkplatz ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität eine einfache Anreise zum Museum.
  • Die ständigen Ausstellungen konzentrieren sich auf Alltagsgegenstände und Aberglauben aus dem 19. und 20. Jahrhundert, insbesondere aus Arbeiter- und Handwerkermilieus.
  • Die Verbindung von Objekten mit historischen Zeitzeugendokumentationen bietet vertiefende Einblicke in regionale Bräuche und Glaubensvorstellungen.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Museum des Saarländischen Aberglaubens Gersheim-Rubenheim

Das Museum des Saarländischen Aberglaubens in Gersheim-Rubenheim ist ein faszinierendes Zeugnis regionaler Volkskultur und Traditionen. Eingebettet in ein historisches Einhaus des 18. Jahrhunderts bietet das Museum einen einzigartigen Einblick in den Alltag und den Aberglauben der saarländischen Bevölkerung – besonders der unteren sozialen Schichten wie Tagelöhner, Handwerker und Arbeiter. Die Sammlung konzentriert sich dabei auf Alltagsgegenstände, Bräuche und religiösen Volksglauben, wobei der Fokus auf dem Aberglauben einen deutschlandweit beachtlichen Schwerpunkt bildet.

Die Sammlung wuchs in den 1980er-Jahren durch gezielte Aufarbeitung bestehender Bestände und Ergänzungen, die Lücken in der saarländischen Volkskunde schließen sollten. Ein besonderes Merkmal ist die Verbindung von Objekten wie Amuletten, Talismanen oder „Schelmenvaterunser“-Schriften mit detaillierten Zeitzeugenaussagen. Diese einzigartige Dokumentation macht die Sammlung zu einer der bedeutendsten ihrer Art in Deutschland – die zweitgrößte Objektsammlung zum Volks- und Aberglauben überhaupt. Die über 300.000 Karteikarten mit historischen Notizen und wissenschaftlichen Hinweisen ermöglichen einen tiefen Einblick in die Mentalität vergangener Generationen.

Neben der Dauerausstellung wechseln regelmäßig Sonderausstellungen das Bild, etwa zu Themen wie einfache Spielzeuge oder spezielle Alltagsgegenstände wie Zahnstocher und Eheringe. Die Ausstellungen werden stets wissenschaftlich begleitet und dokumentiert, sodass Besucher nicht nur Objekte, sondern auch den historischen Kontext verstehen können. Das Museum lebt von der Leidenschaft seiner Sammlerfamilie, die seit Jahrzehnten die Arbeit finanziert und die Sammlung durch private Initiativen erhält – ein seltener Fall der privaten Museumsarbeit mit öffentlichem Wert.

Besucher erwartet eine anschauliche Präsentation, die durch die Kombination von Objekten, Erzählungen und regionalen Bezügen besticht. Ob „Baupopfer“ zur Geisterabwehr oder Hausmittel gegen Krankheiten – die Sammlung zeigt, wie tief Aberglaube und Alltag verwoben waren. Besonders reizvoll ist die Verbindung von saarländischen Traditionen mit Einflüssen aus Lothringen, was die regionale Besonderheit des Museums unterstreicht. Ein Besuch lohnt sich für alle, die sich für die lebendige Kulturgeschichte des Saarlands und die Faszination des Volksglaubens begeistern können.

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