Osternheuland - In den Erlen
Highlights
- Das Naturschutzgebiet Osternheuland - In den Erlen in Geseke umfasst 264 Hektar Feuchtgrünland und wertvolle Lebensräume.
- Geschützt werden u. a. Feuchtwiesen, Hochstaudenfluren und seltene Tierarten wie Kammmolch, Eisvogel und Rohrweihe.
- Das Gebiet ist Teil des Natura 2000-Netzes und beherbergt naturnahe Waldflächen sowie strukturreiche Grünlandkomplexe.
Tipps
- Das Gelände ist größtenteils flach und feucht, geeignete Kleidung und festes Schuhwerk sind empfehlenswert.
- Ein Besuch lohnt sich besonders für Naturbeobachtungen, da seltene Arten wie Kammmolche und Eisvögel vorkommen.
- Die Wege sind teilweise unbefestigt und können bei Nässe schwer passierbar sein.
Eigenschaften
Über Osternheuland - In den Erlen
Das Naturschutzgebiet „Osternheuland – In den Erlen“ liegt im nordrhein-westfälischen Geseke im Kreis Soest. Es zählt zu den besonders schutzwürdigen Landschafts- und Feuchtgebieten der Region und ist seit Mitte der 1990er Jahre rechtlich unter Schutz gestellt. Mit einer Fläche von rund 264 Hektar erstreckt sich das Gebiet über ein zusammenhängendes Areal, das geprägt ist von naturnahen Feuchtgrünlandflächen, Flussauen, Hochstaudenfluren sowie strukturreichen Waldflächen.
Das Gelände wird im Westen vom Stoermeder Bach und im Norden vom Geseker Bach durchflossen. Beide Gewässer verfügen stellenweise über naturnahe Uferzonen mit Pappelreihen und erhalten ihren ursprünglichen Verlauf. Im Osten mündet die Osterschledde in den Glockenbach, an dessen Ufern sich stehende Kleingewässer befinden, die von typischen Feuchtbiotopen wie Schilf-, Binsen- und Seggenbeständen gesäumt werden. Diese Lebensräume bieten Lebensraum für zahlreiche selten gewordene Tier- und Pflanzenarten.
Im Schutzgebiet dominieren großflächige Feuchtgrünlandkomplexe, die unter anderem Lebensräume landesweit gefährdeter Vogelarten, Amphibien, Libellen sowie typischer Pflanzengesellschaften beherbergen. Dazu gehören gemäß der FFH-Richtlinie der EU unter anderem Glatthafer- und Wiesenknopf-Silgenwiesen sowie Feuchte Hochstaudenfluren. Auch der Kammmolch, der Eisvogel und die Rohrweihe zählen zu den im Gebiet vorkommenden Arten. Hinzu kommen kleinere stehende Gewässer mit basenarmem Charakter, die ebenfalls für den Naturschutz von Bedeutung sind.
Ein weiterer charakteristischer Bestandteil des Gebiets ist der Waldkomplex „Voelmeder Mark“, der etwa 32 Hektar umfasst. Er besteht überwiegend aus hochstämmigen Stieleichen- und Rotbuchenbeständen mit teilweise über 100 Jahren alter Baumschicht. Im Unterholz finden sich Laubmischwälder mit Bergahorn, Spitzahorn, Esche und Kirsche, die stellenweise farnreich sind. Der Wald ist durch eine ungleichmäßig dichte Krautschicht und lückenhafte Moosbestände gekennzeichnet. Pilze wie der Flockenstielige Hexenröhrling oder die Ziegenlippe sind hier zu finden. Am Waldrand verläuft ein artenreicher Graben mit typischen Uferpflanzen.
Das Landschaftsbild wird durch strukturreiche Grünlandbereiche, einzelne Obstbäume, dichte Hecken und nicht gepflegte Kopfbäume geprägt. Zahlreiche Entwässerungsgräben durchziehen das Gelände und beherbergen seltene Pflanzenarten wie Flohkraut oder Riesenschachtelhalm. Die Kulturlandschaft ist historisch gewachsen und zeigt den Einfluss extensiver landwirtschaftlicher Nutzung. Diese Vielfalt an Biotopen und Strukturen macht das Naturschutzgebiet „Osternheuland – In den Erlen“ zu einem wichtigen Element des regionalen Feuchtwiesennetzes und des Natura-2000-Gebietsnetzes.