Bodendenkmal in Geslau, #D-5-6628-0097
Highlights
- Bodendenkmal in Geslau, Fundort karolingerzeitlicher Siedlungsspuren.
- Geophysikalische Untersuchung 2018/19 bestätigte Siedlungsstrukturen.
- Grabung seit 2023 zur Erforschung und Erhaltung des Denkmals.
Tipps
- Zum Bodendenkmal führt ein ausgewiesener Parkplatz in der Nähe von Duttenbrunn, von dort aus sind es etwa 200 Meter zu Fuß.
- Vor Ort gibt es eine Gedenktafel, die auf die historische Siedlung verweist, alle anderen Strukturen sind heute nicht mehr sichtbar.
- Die Grabungen erfolgen nach englischem Vorbild als „open dig“, Besucher können sich über das Besucherleitsystem informieren.
Eigenschaften
Über Bodendenkmal in Geslau, #D-5-6628-0097
Das Bodendenkmal in Geslau mit der Kennung #D-5-6628-0097 ist ein bedeutendes archäologisches Zeugnis im Landkreis Ansbach in Mittelfranken. Es handelt sich um die Überreste einer ehemaligen Siedlung, die in der Nähe der heutigen Ortschaft Geslau liegt. Die Fundstelle wurde im Zuge von archäologischen Untersuchungen im Rahmen des Archäologischen Spessartprojekts erfasst und dokumentiert. Die genaue Lage des Bodendenkmals befindet sich südlich von Zellingen-Duttenbrunn, wo sich auch die historische Wüstung Seehausen befand.
Erste Hinweise auf die Siedlungsspuren ergaben sich durch ehrenamtliche Feldbegehungen sowie durch ausgewertete Luftbildbefunde. In Folge dessen erfolgte eine geophysikalische Untersuchung des Geländes, die diverse Strukturen wie Gruben, Grubenhäuser und Steinanlagen aufdeckte. Diese Befunde legten nahe, dass es sich um eine karolingerzeitliche Siedlung handelt. Auf Empfehlung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege wurde anschließend eine archäologische Grabung initiiert, um die Erhaltung und die zeitliche Einordnung der Funde zu überprüfen sowie die Siedlungsabfolge zu erforschen.
Die Grabungsarbeiten erfolgten nach dem Vorbild einer „open dig“, bei der Besucher und Ehrenamtliche aktiv einbezogen wurden. Dadurch entwickelte sich das Projekt zu einer Bildungs- und Informationsplattform, die sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse gewann als auch das öffentliche Interesse förderte. Unterstützt wurde das Vorhaben unter anderem durch den Historischen Verein Karlstadt sowie durch die Gesellschaft für Archäologie in Bayern, die eine Lehrgrabung im Rahmen des Projekts durchführte. Die Ergebnisse der Grabungen tragen dazu bei, das kulturelle Erbe der Region nachhaltig zu sichern und zu vermitteln.
Heute erinnert eine Gedenktafel an der Stelle an die ehemalige Siedlung, während der größte Teil des Areals wieder zurückgeschüttet wurde. Dennoch bleibt das Bodendenkmal ein wichtiger kulturhistorischer Anlaufpunkt für Interessierte und Forschende. Es lädt dazu ein, die Spuren vergangener Lebenswelten im landschaftlichen Kontext des mittelfränkischen Umlands zu erkunden. Die nahegelegene Wüstung Seehausen sowie weitere archäologische Stätten in der Umgebung verdeutlichen die Bedeutung der Region als ehemaliges Zentrum frühmittelalterlicher Besiedlung.