Aussichtsturm

Bismarckturm

Paul-Zipp-Straße 162, 35398 Gießen

Highlights

  • Der Bismarckturm in Gießen wurde 1905–1906 aus heimischem Lungstein erbaut und ist 15 Meter hoch.
  • Errichtet wurde er von Studierenden und Lehrern der Universität Gießen als Denkmal für Otto von Bismarck.
  • Seit 2014 ist der sanierte Turm wieder begehbar, nach aufwendiger Restaurierung durch einen Förderverein.

Tipps

  • Der Turm ist nur an bestimmten Wochenenden geöffnet, daher vorher informieren.
  • Parkplätze befinden sich direkt unterhalb des Turms, etwa 100 Meter entfernt.
  • Ein Spaziergang durch die Eichenallee zum Turm lohnt sich besonders an sonnigen Tagen.

Eigenschaften

Outdoor Familie Romantisch Ganzjährig

Über Bismarckturm

Der Bismarckturm in Gießen steht auf der Hardt-Höhe in unmittelbarer Nähe zum Oberen Hardthof und bietet eine markante Silhouette in der Landschaft des Gießener Beckens. Mit einer Höhe von etwa 15 Metern erhebt sich der monumentale Turm aus Basaltlava, die aus heimischen Steinbrüchen stammt. Errichtet wurde das Bauwerk im frühen 20. Jahrhundert von der Gießener Studentenschaft und Lehrkräften der Universität Gießen als Denkmal für Otto von Bismarck. Der Architekt des Turms war August Becker, Universitätsbaurat, der ein schlichtes, dennoch eindrucksvolles quadratisches Bauwerk mit vorgelagertem Podest entwarf.

Das Erscheinungsbild des Turms wird durch einen trapezförmigen Architrav über dem Eingang und ein Adlerrelief des Bildhauers Augusto Varnesi geprägt. Über dem Portal ist der Name „BISMARCK“ in erhabener Schrift zu lesen. Im Inneren des Eingangsbereichs erinnert eine weitere Inschrift an die Initiatoren des Bauwerks. Ursprünglich war der Turm mit einer Feuerschale auf der Aussichtsplattform ausgestattet, die an nationalen Gedenktagen ein weithin sichtbares Feuer trug. Die Plattform selbst ist achteckig angelegt und verfügt über geografische Orientierungstafeln.

Der Zustand des Turms verschlechterte sich im Laufe der Jahrzehnte, weshalb der Zugang aus Sicherheitsgründen zeitweise zugemauert wurde. Seit den 2000er Jahren setzt sich ein engagierter Förderverein für den Erhalt und die Sanierung des Denkmals ein. Nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten, darunter die Erneuerung der Eingangstreppe, der Metallspindeltreppe sowie der Aussichtsplattform, wurde der Turm im Jahr 2014 erstmals seit vielen Jahren wieder für Besuche geöffnet. Seitdem ist er jeweils am ersten und dritten Sonntag im Monat zwischen März und Oktober zugänglich.

Der Bismarckturm ist landschaftlich reizvoll in eine Eichenallee eingebettet, die von zwei Seiten zum Bauwerk führt. Besucher berichten von einem gepflegten Gelände und einem lohnenswerten Spaziergang in die historische Atmosphäre. Die umliegende Region lädt zu Wanderungen durch das Gießener Umland ein, wobei der Turm ein markanter Wegpunkt darstellt. Parkplätze in unmittelbarer Nähe sowie eine Anbindung per Stadtbus machen den Standort gut erreichbar.

Der Turm steht unter Denkmalschutz und wurde 2020 mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis in der Kategorie Ehrenamt ausgezeichnet. Dennoch gab es auch kritische Vorfälle: So wurden im Jahr 2020 Farbschmierereien an der Außenfassade festgestellt, mutmaßlich im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Debatten. Dennoch bleibt der Bismarckturm ein kulturhistorisch bedeutsames Bauwerk und ein ruhiger Aussichtspunkt über das Gießener Becken.

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