Heimatmuseum Lützellinden
Highlights
- Das Heimatmuseum Lützellinden zeigt auf 100 m² Alltagskultur mit historischen Möbeln, Trachten und Alltagsgegenständen.
- Besondere Exponate sind handgestickte Tücher, eine historische Schwengelpumpe und Trachtenpuppen in traditioneller Kleidung.
- Das Museum erinnert auch an die Geschichte vertriebener Sudetendeutscher und Opfer der NS-Zeit wie E. Mandler.
Tipps
- Das Heimatmuseum Lützellinden ist an jedem zweiten Sonntag im Monat geöffnet, außer in den Sommermonaten Mai bis Juli.
- Die Ausstellung zeigt historische Einrichtungsgegenstände, Trachten, Alltagsgegenstände und wechselnde Motto-Ausstellungen zur lokalen Geschichte.
- Besucher finden Informationen zur Flachsbearbeitung, Milchwirtschaft und zur Kultur vertriebener Sudetendeutscher aus der Region.
Eigenschaften
Über Heimatmuseum Lützellinden
Das Heimatmuseum Lützellinden befindet sich im südlichsten Stadtteil der Universitätsstadt Gießen im Landkreis Gießen, Hessen. Es ist in einem historischen Alten Rathaus untergebracht und wird vom Heimatverein Lützellinden e.V. getragen. Das Museum dokumentiert die Lebensweise der Bevölkerung vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre und gibt Einblicke in das alltägliche Leben, die Arbeit sowie die Kultur des Ortes. Die Dauerausstellung erstreckt sich über zwei Stockwerke und zeigt etwa historisch eingerichtete Räume wie Küche, Wohnzimmer und Schlafzimmer sowie Alltagsgegenstände, eine umfangreiche Spielzeugsammlung, Porzellan und Werkzeuge zur Flachsbearbeitung und Milchwirtschaft.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der regionalen Tracht und handwerklichen Traditionen des Hüttenberger Landes, zu dem Lützellinden geografisch gehört. Ausgestellt sind unter anderem reich verzierte Trachten, bestickte Tücher sowie Trachtenpuppen in unterschiedlichen Gewändern. Fotografien und Objekte erinnern zudem an die Geschichte der Sudetendeutschen, die nach 1946 vertrieben wurden, sowie an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, darunter die Lützellindenerin E. Mandler, die im Rahmen der „Aktion T4“ ermordet wurde. Die Wände des Museums schmücken zudem Gemälde und Aquarelle des örtlichen Künstlers W. Großhaus.
Das Museum versteht sich als Ort der Erinnerung und Begegnung und richtet sich an Interessierte, die sich für die Regionalgeschichte und die Entwicklung ländlicher Strukturen im mittelhessischen Raum interessieren. Neben der Dauerausstellung finden regelmäßig wechselnde Motto-Ausstellungen statt, die thematisch vielfältig gestaltet sind. Die Öffnungszeiten variieren und werden gesondert bekannt gegeben. Der Eintritt ist frei. Informationen zu aktuellen Öffnungen, Veranstaltungen sowie Kontaktmöglichkeiten werden über die Kanäle des Heimatvereins veröffentlicht.
Lützellinden selbst hat eine wechselvolle Geschichte: Ursprünglich eine wohlhabende Bauerngemeinde mit ersten urkundlichen Erwähnungen im frühen Mittelalter, gehörte der Ort über Jahrhunderte zur Grafschaft Nassau-Weilburg, später zu Preußen. Historisch eng mit Wetzlar verbunden, wurde es erst 1979 nach der Auflösung der Stadt Lahn ein Teil von Gießen. Besondere Merkmale des Ortes sind bis heute erhaltene Fachwerkhofreiten mit historischen Hoftoren sowie die regionale Mundart, der sogenannte Hüttenberger Dialekt, der noch aktiv gesprochen wird.