Museum

Maschinenhalle Zweckel

Frentroper Str. 74, 45966 Gladbeck

Highlights

  • Die Maschinenhalle Zweckel (1908) zeigt originale Ilgner-Umformer und elektrische Fördermaschinen – seltene Zeugnisse der frühen Ruhrgebiets-Industrie.
  • Jugendstil-Architektur und Fachwerkbau prägen die 1920er-Badeanlage, die bis 1950 als Arbeiterbad genutzt wurde und heute Teil des Denkmals ist.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt in die Maschinenhalle.
  • Die original erhaltenen Ilgner-Umformer und Fördermaschinen aus dem Jahr 1908 bieten Einblicke in die frühe Elektrotechnik des Ruhrgebiets.
  • Die Fachwerkbauweise der historischen Anlage veranschaulicht die architektonischen Standards des frühen 20. Jahrhunderts im Bergbau.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Maschinenhalle Zweckel – Industriekultur in Gladbeck

Die Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck ist ein faszinierendes Zeugnis der industriellen Geschichte des Ruhrgebiets und ein bedeutendes Industriedenkmal, das die technische und soziale Entwicklung der Region widerspiegelt. Das Gebäude besticht durch seinen markanten Jugendstil, der sich besonders an der Empore zeigt, die einst Schalttafeln beherbergte. Die Anlage entstand Anfang des 20. Jahrhunderts in Fachwerkbauweise und gehört damit zu den ältesten erhaltenen Maschinenhäusern ihrer Art im Ruhrgebiet. Zwei historische Ilgner-Umformer im Hauptgebäude sowie zwei elektrische Fördermaschinen aus dem Jahr 1908 in den Flügelbauten zeugen von der technischen Innovation der Zeit.

Die Maschinenhalle war eng mit dem Bergwerk Zweckel verbunden, das 1911 erstmals Kohle förderte. Die Schächte dienten der Seilfahrt, Materialförderung und Wetterführung und waren zentral für den Betrieb. 1928 entstand auf dem Gelände ein Badehaus, das bis zur Schließung 1950 ein beliebter Treffpunkt für Arbeiter und deren Familien war. Die Besitzverhältnisse wechselten mehrfach: Nach der Übernahme durch die Bergwerks-AG Recklinghausen 1925 ging die Zeche 1935 an die Hibernia AG in Herne über. 1951 erfolgte die Fusion mit dem Bergwerk Scholven, bevor beide Standorte 1963 stillgelegt wurden.

Durch das Engagement der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur – der ersten und einzigen Stiftung in Deutschland, die sich explizit für den Erhalt von Industriedenkmalen einsetzt – konnte die Maschinenhalle vor dem Abriss bewahrt werden. Die Stiftung, gegründet 1995 vom Land Nordrhein-Westfalen und der RAG Aktiengesellschaft, sichert nicht nur den physischen Erhalt der Anlagen, sondern entwickelt auch Nutzungskonzepte und fördert die öffentliche Zugänglichkeit. Die Maschinenhalle ist heute Teil eines größeren Bestands an Industriedenkmalen in NRW, darunter auch eine Kokerei und ein Pumpspeicherkraftwerk als Beispiele für die Verbundwirtschaft und Energiewirtschaft der Region.

Besucher können bei Führungen – etwa alle zwei Wochen angeboten – die Geschichte des Standorts hautnah erleben. Die Führung durch die imposante Maschinenhalle im Herzen eines Wiesengartens vermittelt Einblicke in die Arbeitswelt und das Leben an ehemaligen Industriestandorten. Besonders eindrucksvoll sind die original erhaltenen technischen Anlagen, die die technische Pionierleistung der frühen 1900er Jahre verdeutlichen. Die Anlage ist rollstuhlgerecht zugänglich, was sie für ein breites Publikum attraktiv macht.

Die Maschinenhalle Zweckel ist damit nicht nur ein technisches Denkmal, sondern auch ein Ort der Erinnerung an die industriellen Wurzeln Gladbecks und des gesamten Ruhrgebiets. Sie zeigt, wie aus einfachen Fachwerkbauten und innovativen Maschinen ganze Wirtschaftszweige entstanden – und wie solche Stätten heute als lebendige Zeitzeugen für die regionale Identität stehen. Durch Führungen und öffentliche Veranstaltungen wird die Anlage zu einem Ort der Begegnung zwischen Geschichte und Gegenwart.

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