Denkmal "Feldbahn"
Highlights
- Das Ludwigseisenbahn-Denkmal wurde 1890 am Plärre eröffnet und später an die U-Bahnstation Bärenschanze verlegt.
- Die Bronzefigur auf dem Obelisken zeigt die erste deutsche Eisenbahnfahrt und verkörpert den Fortschritt der Technik.
- Ursprünglich als Brunnen geplant, diente es später rein als Denkmal, ehe es 1993 mit seinen Wasserschalen wiederhergestellt wurde.
Eigenschaften
Über Denkmal "Feldbahn"
Das Denkmal „Feldbahn“ in Nürnberg erinnert an einen Meilenstein der deutschen Eisenbahngeschichte: die erste Dampfeisenbahnstrecke, die im Jahr 1835 zwischen Nürnberg und Fürth eröffnet wurde. Ursprünglich als Brunnen konzipiert, wurde das monumentale Kunstwerk am 16. Oktober 1890 erstmals am Plärrer enthüllt. Es war dem 50. Jahrestag der sogenannten „Adler-Fahrt“ gewidmet, jener ersten regulären Eisenbahnverbindung Deutschlands, die von der Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft betrieben wurde.
Das Denkmal thront heute an der U-Bahn-Station Bärenschanze und ragt mit einer Höhe von zehn Metern markant in den Himmel. Es besteht aus einem Granit-Obelisken, auf dessen Spitze eine bronzene Kleinplastik ruht, die den Siegeszug der Technik sowie die historische Eisenbahnfahrt verherrlicht. Am Fuße des Obelisken befinden sich allegorische Figuren, darunter „Noris“ und „Furthia“, die die beiden verbundenen Städte symbolisieren. Die Figuren stammen aus der Kunstgießerei Lenz. Zwischen ihnen zeigt ein Relief die Abfahrt des Dampflok-Adlers vor einer jubelnden Menschenmenge – ein Moment, der die Begeisterung für die neue Technik festhält.
Die Gestaltung des Denkmals entstand im Rahmen eines Wettbewerbs, den Heinrich Schwabe im Mai 1887 gewann. Ursprünglich war jedoch ein Entwurf von Rudolf Maisons mit dem Motiv „Herakles“ als künstlerisch überlegen bewertet worden; dieses Konzept fand später am Fürther Bahnhof als Centaurenbrunnen Verwendung. Die Finanzierung des Denkmals erfolgte zur Hälfte durch den bayerischen Staat, die andere Hälfte trugen die Ludwigseisenbahngesellschaft, die Stadt Nürnberg, der Vorstadtverein sowie private Mäzene.
Im Laufe der Jahre musste das Denkmal mehrfach umziehen. 1927 behinderte es den Ausbau der Straßenbahn am Plärrer und wurde daraufhin an die damalige Stadtgrenze verlegt. Auch dieser Standort erwies sich später als problematisch, da die Hochbahntrasse der U-Bahn im Weg lag. So wurde das Denkmal 1966 auf eine Grünfläche nördlich der Fürther Straße verbannt und dabei seiner Brunnenfunktion entkleidet. Erst 1993 erfolgte der endgültige Umzug an den heutigen Standort an der U-Bahn-Station Bärenschanze, wo es mit den ursprünglichen Wasserschalen ergänzt wurde und seitdem wieder als vollständiges Kunstwerk erlebbar ist.