Else-Ury-Bibliothek
Highlights
- Die Else-Ury-Bibliothek ist eine Familienbibliothek im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg in Berlin.
- Sie ist nach der jüdischen Kinderbuchautorin Else Ury benannt, die 1943 im KZ Auschwitz ermordet wurde.
- Derzeit befindet sich der bibliothekarische Betrieb in der Pop-Up-Else in der Glogauer Straße 13.
Tipps
- Bücher und Medien können bis zu 20 Minuten im Lesebereich genutzt werden.
- Bestellungen aus dem Magazin sind kostenfrei und dauern maximal 7 Tage.
- Die Bibliothek verfügt derzeit über kein eigenes WC.
Eigenschaften
Über Else-Ury-Bibliothek
Die Else-Ury-Bibliothek in Berlin ist eine familienfreundliche Bibliothek, die sich besonders an Kinder und Jugendliche richtet, aber auch für Erwachsene interessant ist. Sie befindet sich im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und ist Teil des Verbundes der Öffentlichen Bibliotheken Berlins. Die Bibliothek ist nach der bekannten Berliner Kinderbuchautorin Else Ury benannt, die vor allem durch ihre beliebte „Nesthäkchen“-Reihe bekannt wurde. Die ehemalige Familienbibliothek musste aufgrund von Brandschutzmängeln im Gebäude geschlossen werden, weshalb derzeit eine sogenannte „Pop-Up-Else“ im Hinterhof einer nahen Straße das bibliothekarische Angebot im Kiez sichert. Dieser temporäre Standort bietet eine Auswahl an Büchern, Filmen und Spielen zur Ausleihe und dient gleichzeitig als Abholstation für bestellte Medien aus dem Magazin oder anderen Berliner Bibliotheken.
Else Ury selbst war eine wichtige Stimme der deutschen Kinder- und Jugendliteratur um die Jahrhundertwende. Geboren 1877 in Berlin-Mitte, vertrat sie in ihren Werken ein traditionelles Familienbild, das stark vom bürgerlichen Ideal geprägt war. Ihre bekannteste Figur, das Nesthäkchen Annemarie Braun, begleitete viele junge Leserinnen und Leser über mehrere Generationen hinweg. Ury wurde im Nationalsozialismus aufgrund ihrer jüdischen Herkunft entrechtet, deportiert und 1943 im KZ Auschwitz ermordet. Ihre Lebensgeschichte spiegelt nicht nur ihren literarischen Schaffen wider, sondern ist auch ein Mahnmal für die Verfolgung jüdischer Künstler unter dem NS-Regime.
Die Pop-Up-Else ist trotz ihrer kompakten Größe eine lebendige Anlaufstelle für Familien mit Kindern. Hier werden regelmäßig Veranstaltungen und Projekte angeboten, die Lesefreude fördern und die Medienkompetenz junger Menschen stärken. Neben klassischen Büchern gibt es auch Brettspiele, Tiptoi-Stifte und Filme, die ausgeliehen werden können. Die Öffnungszeiten sind so gestaltet, dass sie den Alltag von Familien berücksichtigen, und das engagierte Team steht für persönliche Beratung und kinderfreundlichen Umgang – wenn auch nicht alle Nutzer:innen gleichermaßen davon profitieren, wie einige Bewertungen zeigen. Die Bibliothek fördert aktiv Mehrsprachigkeit und kulturelle Teilhabe im Stadtteil.
Ein besonderer Aspekt der Else-Ury-Bibliothek ist ihre Rolle innerhalb der Berliner Bibliothekslandschaft. Sie ist nicht nur ein Ort zum Stöbern und Ausleihen, sondern auch ein kultureller Knotenpunkt, der mit anderen Bibliotheken und Institutionen kooperiert. Veranstaltungen wie Tanzprojekte oder mehrsprachige Angebote für Kleinkinder unterstreichen den modernen, integrativen Ansatz der Bibliothek. Zudem wird derzeit an neuen Konzepten gearbeitet, um das Angebot weiterzuentwickeln und den Bedürfnissen der Nutzer:innen anzupassen.
Die Else-Ury-Bibliothek ist somit mehr als nur eine Ausleihstelle – sie ist ein kultureller Treffpunkt, der Bildung, Kultur und Gemeinschaft fördert. Obwohl der aktuelle Standort temporär ist, bietet er eine warme und einladende Atmosphäre, die den Geist der ursprünglichen Bibliothek bewahrt. Mit ihrem klaren Fokus auf Kinder und Familien sowie ihrem Engagement für Inklusion und Vielfalt ist sie ein wertvoller Bestandteil der Berliner Kulturlandschaft.