Evang. Pfarrhaus
Highlights
- Das evangelische Pfarrhaus in Gmund wurde 1954 nach Gründung der eigenen Kirchengemeinde eröffnet.
- Rollstuhlgerechter Parkplatz vorhanden – barrierefreier Zugang zum Gemeindezentrum seit 2002.
- Die Pfarrei Gmund ist seit 1075 urkundlich belegt, 1274 dem Kloster Tegernsee zugeordnet.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Parkplatz ermöglicht eine einfache und barrierefreie Anreise zum Pfarrhaus.
- Im Pfarrhaus wird ein geschützter Raum für Austausch und Begegnung angeboten, der auf gemeinsame Herausforderungen eingeht.
- Die historische Verbindung zur Benediktinerabtei Tegernsee prägt die architektonische und kulturelle Prägung des Ortes seit dem Mittelalter.
Eigenschaften
Evang. Pfarrhaus Gmund – Sakrale Kultur am Tegernsee
Das Evangelische Pfarrhaus in Gmund am Tegernsee ist ein historisch bedeutsamer Ort im Herzen des Tegernseerlands und spiegelt die Entwicklung der evangelischen Gemeinde vor Ort wider. Die Anfänge der Pfarrei reichen bis ins Jahr 1075 zurück, als sie erstmals urkundlich erwähnt wurde. Über die Jahrhunderte war sie eng mit dem Kloster Tegernsee verbunden, das seit dem 8. Jahrhundert eine der bedeutendsten Benediktinerabteien Oberbayerns prägte. Erst im 19. Jahrhundert gewann der evangelische Glaube im Tegernseertal an Bedeutung, als sich durch industrielle Ansiedlungen wie die Papierfabrik Louisental neue Gemeinden bildeten.
Die offizielle Gründung der evangelischen Pfarrgemeinde in Gmund erfolgte 1954, nachdem sich die Mitglieder zuvor in informellen Zusammenkünften und durch den Einsatz eines Kirchenbauvereins seit 1949 organisiert hatten. Seitdem ist das Pfarrhaus nicht nur ein spiritueller Mittelpunkt, sondern auch ein Ort des Austauschs und der Gemeinschaft. Die Kirchengemeinde bietet einen geschützten Raum für Menschen in herausfordernden Lebenssituationen, um sich gegenseitig zu unterstützen – ein Zeichen für die lebendige Sozialarbeit vor Ort.
Das Pfarrhaus steht in enger Verbindung mit der Erlöserkirche, die 2002 ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt. Der markante Turm mit spitzem Helm prägt seitdem das Ortsbild. Besonders wertvoll ist die Orgel der Kirche, ein historisches Instrument aus dem Jahr 1569, das ursprünglich für die Kirche in Helpe (Hinterpommern) gegossen wurde und später über den Hamburger Glockenfriedhof nach Gmund gelangte. Solche Relikte unterstreichen die kulturelle und kirchengeschichtliche Verbundenheit mit anderen Regionen.
Das Pfarrhaus selbst ist ein Ort der Tradition und des modernen Gemeindelebens. Es dient nicht nur als Sitz des Pfarrers, sondern auch als Treffpunkt für Gottesdienste, Veranstaltungen und seelsorgerische Angebote. Die Umgebung am Tegernsee bietet dabei eine idyllische Kulisse, die den Besuch zu einem besonderen Erlebnis macht. Wer sich für die Geschichte der evangelischen Präsenz im Tegernseertal interessiert, findet hier spannende Einblicke in die Entwicklung einer Gemeinde, die sich aus kleinen Anfängen zu einer lebendigen Christengemeinde entwickelte.