Denkmal/Gedenkstätte

Wohnhaus Eisenhammermühle

Seidauer Str., 02625 Bautzen

Highlights

  • 1493 als Drahtmühle an der Spree erbaut, später (1740) zum Eisenhammerwerk erweitert.
  • Denkmalschutz für Mühlengebäude (1897), Turbine (1955) und historische Wassertechnik inkl. Wehr.
  • Innen zeigt die Mühle Wandbilder mit Stadtansichten aus dem 19. Jahrhundert und originale mühlentechnische Ausstattung.

Tipps

  • Die historische Mühlenanlage zeigt originale wassertechnische Anlagen aus dem 18. Jahrhundert, die den Betrieb der Drahtziehbänke und des Hammerwerks ermöglichen.
  • Im Mühlengebäude sind drei Wandbilder aus dem späten 19. Jahrhundert ausgestellt, die Stadtansichten von Bautzen zwischen 1850 und 1880 abbilden.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ausflug Kulturdenkmal Wohnhaus Eisenhammermühle Bautzen

Das Wohnhaus Eisenhammermühle in Bautzen ist ein historisches Juwel mit über fünfhundertjähriger Tradition, das eng mit der industriellen Entwicklung der Stadt verbunden ist. Ursprünglich als Drahtmühle im Jahr 1493 an der Spree errichtet, diente das Gebäude zunächst der Herstellung von Draht über spezielle Ziehbänke. Im Laufe der Zeit wurde die Anlage um ein Eisenhammerwerk erweitert, was ihr eine zentrale Rolle in der regionalen Metallverarbeitung einräumte.

Der heutige Erscheinungsbild des Wohnhauses spiegelt die wechselvolle Geschichte wider: Der rückwärtige Mühlentrakt folgt einem L-förmigen Grundriss, während der Hof durch ein Lagergebäude und historische Pflasterung geprägt ist. Besonders bemerkenswert sind die erhaltenen mühlentechnischen Einrichtungen sowie die wassertechnische Anlage mit ihrem Überfallwehr, die heute unter Denkmalschutz stehen. Die Architektur verbindet traditionelle Elemente mit späteren Erweiterungen, etwa einem prächtigen Torbau mit reichhaltiger Putzreliefierung aus dem frühen 19. Jahrhundert.

Im Inneren des Mühlengebäudes finden sich drei Wandbilder, die Stadtansichten aus dem Zeitraum zwischen 1850 und 1880 darstellen – ein seltenes Zeugnis der Bautzener Geschichte. Die Mühle war über Jahrhunderte ein Ort der Innovation: Nach ihrer Umwandlung in eine Maschinenfabrik im 19. Jahrhundert diente sie später als Produktionsstätte für Waggonbau und Schienenfahrzeuge, bevor sie in den 1990er Jahren ihre industrielle Nutzung verlor. Heute steht das Wohnhaus als technisches Denkmal für die handwerkliche und industrielle Vergangenheit der Region.

Das Gelände der ehemaligen Eisenhammermühle liegt direkt an der Spree, was ihre historische Funktion als Wasserkraftwerk unterstreicht. Die Nähe zur Stadt und zur Elbe ermöglichte eine effiziente Anbindung an Handelswege, was den Standort zu einem wichtigen Knotenpunkt für Handwerk und Gewerbe machte. Obwohl die Mühle heute nicht mehr in Betrieb ist, bleibt sie ein lebendiges Stück Bautzener Industriegeschichte – ein Ort, der die Verbindung von Wasser, Metall und handwerklichem Können verkörpert.

Besucher können die historische Substanz des Wohnhauses Eisenhammermühle an der Architektur, den erhaltenen Maschinen und den künstlerischen Darstellungen nachvollziehen. Das Gebäude steht symbolisch für den Wandel von der handwerklichen Drahtproduktion zur modernen Industrie und ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie technische Innovationen die Region geprägt haben. Als geschütztes Kulturdenkmal bietet es Einblicke in die technische Meisterleistung vergangener Epochen und lädt dazu ein, die Spuren der Bautzener Vergangenheit zu erkunden.

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