Gedenkstein Todesmarsch
Highlights
- Der Gedenkstein Todesmarsch in Goslar erinnert an die Opfer von Zwangsarbeit und Verfolgung im Nationalsozialismus.
- Er steht am Rammelsberg, nahe des ehemaligen Konzentrationslagers KZ Goslar-Marienburg.
- Die Stätte ist Teil des UNESCO-Welterbes Rammelsberg und wird in der Welterbe-App im Harz geführt.
Eigenschaften
Über Gedenkstein Todesmarsch
Der Gedenkstein Todesmarsch in Goslar erinnert eindrucksvoll an ein dunkles Kapitel der Geschichte während der letzten Kriegstage des Zweiten Weltkriegs. Er steht als stilles Zeugnis für die Leiden von Zwangsarbeiterinnen und Kriegsgefangenen, die unter unmenschlichen Bedingungen im Bergwerk Rammelsberg eingesetzt wurden. Diese Menschen wurden von den Nationalsozialisten zur Arbeit in den unterirdischen Stollen des Erzbergwerks gezwungen und leisteten Zwangsarbeit für das Deutsche Reich. Viele von ihnen fanden im sogenannten „Todesmarsch“ im April 1945 den Tod, als sie von Goslar aus Richtung Osten gezwungen wurden, um den Alliierten zu entkommen.
Der Gedenkstein selbst befindet sich im Bereich des Weltkulturerbes Rammelsberg, einem der bedeutendsten Bergbaumuseen Deutschlands und eines der wenigen unterirdischen Museen weltweit. Das Gelände des Rammelsberg-Bergwerks, das seit dem Mittelalter aktiv war, wurde im 20. Jahrhundert auch zum Ort der Zwangsarbeit. Die Ausstellung im Museum thematisiert neben der technischen und wirtschaftlichen Geschichte des Bergbaus auch die menschlichen Schicksale, die mit der Zwangsarbeit verbunden waren. So wird der Besucher nicht nur über die Fördertechnik oder die geologischen Besonderheiten informiert, sondern auch an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert.
Der Gedenkstein Todesmarsch ist Teil einer breiten kulturhistorischen Erinnerungslandschaft, die den Besucher dazu einlädt, die Vergangenheit auf emotionaler und sachlicher Ebene zu verstehen. Neben Führungen durch die eindrucksvollen Stollen des Bergwerks, in denen Technik und Geschichte auf beeindruckende Weise miteinander verschmelzen, bieten Sonderausstellungen und Veranstaltungen weitere Einblicke in die vielschichtige Geschichte der Region. Der Ort lädt somit sowohl zur Bildung als auch zur Reflexion ein und ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Interessierte der Zeitgeschichte sowie für Schulklassen und Gruppen, die sich mit der NS-Vergangenheit auseinandersetzen möchten.
Das Areal rund um den Gedenkstein ist barrierefrei erreichbar und bietet Besuchern mit mobiler Einschränkung die Möglichkeit, an Führungen teilzunehmen und die unterirdische Welt des Rammelsbergs zu erleben. Die Kombination aus Museum, Gedenkstätte und historischem Bergwerk macht den Ort zu einem einzigartigen Kulturziel im Landkreis Goslar. Besucher erhalten hier nicht nur Einblicke in die technische Entwicklung des Bergbaus, sondern auch in die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber historischem Unrecht – eine Gedenkkultur, die bis heute von großer Bedeutung ist.