Stabkirche
Highlights
- Die Stabkirche in Goslar-Hahnenklee wurde 1907–1908 erbaut und orientiert sich architektonisch an norwegischen Vorbildern.
- Sie verfügt über 240 Sitzplätze, große Fenster und einen Jugendstil-Altar mit byzantinischen Elementen.
- Die Kirche bietet regelmäßig Gottesdienste, Konzerte und Führungen mit Orgel- und Carillon-Erklärungen.
Tipps
- Die Stabkirche in Goslar-Hahnenklee wurde 1907/08 erbaut und orientiert sich architektonisch an norwegischen Stabkirchen.
Eigenschaften
Über Stabkirche
Die Stabkirche in Goslar-Hahnenklee ist ein außergewöhnliches Sakralgebäude, das sich durch seine einzigartige Architektur und kulturelle Bedeutung auszeichnet. Errichtet zwischen 1907 und 1908, zählt sie zu den wenigen Stabkirchen in Deutschland und ist damit ein seltenes Beispiel für diesen traditionellen nordeuropäischen Kirchenbau-Stil. Inspiriert von den älteren Stabkirchen Norwegens, wurde sie vom hannoverschen Konsistorialbaumeister Prof. Karl Mohrmann entworfen, der nordische Bauformen mit den Bedürfnissen der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde vor Ort verband.
Das Baumaterial stammt überwiegend aus der Region – heimisches Fichtenholz wurde von lokalen Handwerkern verarbeitet, was den Bau kostengünstiger machte als ursprünglich geplant. Die Kirche bietet Platz für rund 240 Personen und überzeugt durch ihre lichtdurchfluteten Räume, die durch großzügig geschnittene Fenster entstehen. Besonders auffällig sind die zahlreichen Drachenverzierungen am Dach sowie die schiffsbauähnlichen Gestaltungselemente, die an Wikingerschiffe erinnern. Auch der Kronleuchter im Innenraum wurde nach einem Schiffssteuerrad gestaltet. Der Altar vereint Jugendstilformen mit byzantinischen Einflüssen und unterstreicht so den kulturellen Reichtum des Bauwerks.
In den vergangenen Jahren wurde die Stabkirche umfassend restauriert. Dabei konnten sowohl die Außenfassade als auch das Dach auf den ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden. Besonders hervorzuheben ist die kunstvolle Arbeit des Goslarer Künstlers Samwel Bagradjans, der die Ornamente des Dachreiters nach historischem Vorbild neu gestaltete. Auch die Rückkehr der charakteristischen Drachenköpfe, Wellenmotive und Kreuze auf den Dachfirsten wurde durch erfahrenen Handwerkern aus der Region ermöglicht. Die Kirche steht regelmäßig für Gottesdienste offen und lädt zudem donnerstags zu Führungen mit Erklärungen zur Orgel und zum Carillon ein.
Ein besonderes Highlight ist das Carillon, das samstags um 15 Uhr erklingt, sowie die Konzertreihe von Mai bis Oktober, bei der Orgel-, Kammermusik und Klänge des Turmglockenspiels zu erleben sind. Die Goll-Orgel, 1994 eingebaut, bildet heute das musikalische Herz der Kirche und ersetzt zwei Vorgängerinstrumente, die klimabedingt nicht haltbar waren. Die Stabkirche pflegt zudem eine enge Verbindung zur Kirche Wang im polnischen Karpacz, einer ebenfalls nordeuropäisch geprägten Stabkirche, die 1844 nach Überführung aus Norwegen geweiht wurde.
Mit ihren klaren Linien, dem harmonischen Innenraum und der Verbindung von regionaler Handwerkskunst und skandinavischer Baukultur ist die Stabkirche ein lohnenswertes Kulturdenkmal und ein Ort der Besinnung. Ihre hohe Bewertung von Besuchern spiegelt nicht nur die architektonische Qualität wider, sondern auch die Atmosphäre, die sie vermittelt – fernab vom Alltag und doch mitten im Harz.