Denkmal/Gedenkstätte

Zellerfelder Kunstgraben

38678 Clausthal-Zellerfeld

Highlights

  • Der Zellerfelder Kunstgraben versorgte ab 1673 Gruben im Oberharz mit Wasser aus Teichen wie Kiefhölzer und Mittlerem Kellerhalsteich.
  • Heute führt er noch zwischen Kiefhölzer Teich und Winterwieser Wasserlauf Wasser für das Oberharzer Wasserregal.
  • Markante Gewölbebögen aus Grauwacke zeugen noch heute von seiner historischen Bedeutung im Bergbau.

Tipps

  • Beim Besuch des Zellerfelder Kunstgrabens lohnt sich ein Abstecher zu den historischen Teilungsanlagen, um die frühere Wasserleitungstechnik der Bergleute zu sehen.
  • Entlang des ehemaligen Gräben kann man die Reste der Teiche und Wasserläufe erkennen, die einst das Bergwerk mit Energie versorgten.
  • Besonders interessant ist der Abschnitt beim Winterwieser Wasserlauf, wo das Wasser früher in verschiedene Richtungen geleitet wurde.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Zellerfelder Kunstgraben in Clausthal-Zellerfeld entdecken

Der Zellerfelder Kunstgraben ist ein beeindruckendes Zeugnis der Bergbaukultur im Oberharz und zählt heute zum UNESCO-Welterbe „Oberharzer Wasserwirtschaft“. Als künstlich angelegter Wassergraben spielte er eine zentrale Rolle bei der Wasserversorgung der Gruben im mittleren Zellerfelder Gangzug. Seine Funktion war es, Aufschlagwasser zu den Bergwerken zu leiten, um die Wasserkraft zur Förderung von Erz und Abwasser nutzbar zu machen. Der Graben ist Teil des sogenannten Oberharzer Wasserregals, eines komplexen Systems aus Teichen, Gräben und Wasserläufen, das die Energieversorgung des Bergbaus im 18. und 19. Jahrhundert ermöglichte.

Der Bau des Zellerfelder Kunstgrabens begann im 17. Jahrhundert, um die Gruben des mittleren Zellerfelder Gangzuges zu versorgen. Das Wasser wurde über eine Teilung am Einlauf des Winterwieser Wasserlaufes geleitet und von dort aus in verschiedene Richtungen weitergeleitet – unter anderem zur Grube Regenbogen oder zur Grube Joachim. Der Graben verlief überwiegend entlang der Höhenlinien und erstreckte sich ursprünglich über eine beträchtliche Länge. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde er kontinuierlich ausgebaut und erhielt eine Gesamtlänge von mehreren tausend Metern. Sein Wasser bezog er hauptsächlich aus Bächen wie dem Spiegelbach und der Schalke sowie aus Teichen wie dem Kiefhölzer Teich und dem Mittleren Kellerhalsteich.

Im Zuge des Bergbaustopps im 20. Jahrhundert verlor der Zellerfelder Kunstgraben seine ursprüngliche Funktion. Teile des Grabens wurden stillgelegt, als die westlich gelegenen Gruben ihre Förderung einstellten. Dennoch blieb das System erhalten und wurde im Rahmen der Energiegewinnung weitergenutzt. Ab den 1940er Jahren führte man das Wasser über Rohrleitungen dem Ottiliae-Schacht zu, wo bis in die 1980er Jahre ein Wasserkraftwerk in Betrieb war. Heute wird der Abschnitt zwischen Kiefhölzer Teich und Winterwieser Wasserlauf noch aktiv gepflegt und dient als Teil des historischen Wasserregals, das unter Denkmalschutz steht.

Besonders auffällig sind die Gewölbebögen aus Grauwackenstein, die an mehreren Stellen über dem Graben errichtet wurden. Sie dienten dazu, den Graben im Winter abzudecken und so vor Frostschäden zu schützen. Diese Bögen sind heute seltene Zeugen einer einst weit verbreiteten Bauweise. Ihre Kämpfersteine sind noch an vielen Stellen im Landschaftsbild sichtbar und erinnern an die handwerkliche Meisterleistung der Bergleute und Wasserbauer vergangener Jahrhunderte.

Der Zellerfelder Kunstgraben steht für die technische Innovation und die enorme Anpassungsfähigkeit der Bergleute im Harz. Heute ist er ein beliebtes Ausflugsziel für Interessierte der Technikgeschichte und der Bergbaukultur. Als Teil des UNESCO-Welterbes Oberharzer Wasserwirtschaft erzählt er die Geschichte einer einzigartigen Energieversorgung vor der industriellen Revolution und lädt dazu ein, die Ingenieurskunst früherer Generationen hautnah zu erleben.

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Häufige Fragen zu Zellerfelder Kunstgraben

Was ist der Zellerfelder Kunstgraben?
Der Zellerfelder Kunstgraben ist ein künstlich angelegter Wassergraben im Oberharz, der zur Versorgung der Gruben im Zellerfelder Gangzug diente. Er ist Teil des Oberharzer Wasserregals. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Wann wurde der Zellerfelder Kunstgraben gebaut?
Der Zellerfelder Kunstgraben wurde vor 1673 angelegt, um die Gruben des mittleren Zellerfelder Gangzuges mit Wasser zu versorgen. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Wie lang war der Zellerfelder Kunstgraben?
Mitte des 19. Jahrhunderts hatte der Graben eine Gesamtlänge von 9363 Metern. Bis zur Grube Joachim maß er 2700 Meter, später wurde diese Strecke stillgelegt. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Welche Funktion hat der Zellerfelder Kunstgraben heute?
Heute wird der Graben zwischen Kiefhölzer Teich und Winterwieser Wasserlauf noch betrieben und dient der Instandhaltung des Oberharzer Wasserregals. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia