Denkmal/Gedenkstätte

Jüdischer Friedhof

99867 Gotha

Highlights

  • Der jüdische Friedhof in Gotha wurde um 1870 an der Ecke Eisenacher Straße/In der Klinge angelegt.
  • Etwa 172 Grabstätten wurden bis 1942 auf dem 2.805 Quadratmeter großen Gelände errichtet.
  • Der Friedhof wurde mehrfach geschändet, zuletzt 2008 mit antisemitischen Parolen und Schweineblut.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Jüdischer Friedhof Gotha - Kulturdenkmal Ausflug

Der Jüdische Friedhof in Gotha ist ein bedeutendes Kulturdenkmal im Landkreis Gotha, Thüringen. Er befindet sich an der Ecke Eisenacher Straße / In der Klinge und stellt einen zentralen Ort des jüdischen Lebens und Sterbens in der Stadt dar. Ursprünglich durften jüdische Kaufmannsfamilien, die seit Mitte des 18. Jahrhunderts in Gotha lebten, einen ersten Begräbnisplatz vor dem Siebleber Tor anlegen. Später erhielten sie 1829 die Erlaubnis zur Nutzung eines weiteren Friedhofes am Weg nach Kindleben. Der heutige jüdische Friedhof entstand jedoch erst um 1870, als die Gemeinde das Grundstück an der Eisenacher Straße erwarb. Dieser Friedhof diente bis 1942 als letzte Ruhestätte für Mitglieder der jüdischen Gemeinde, darunter auch der Unternehmer Max Ledermann, der 1942 Selbstmord beging, um der Deportation in ein Konzentrationslager zu entgehen.

Der Friedhof umfasst etwa 2.805 Quadratmeter und beherbergt rund 172 Grabstätten, die in zwei Grabfeldern angelegt wurden. Der älteste erhaltene Grabstein datiert auf das Jahr 1878, der jüngste auf 1942. 1982 wurde die alte Friedhofshalle abgerissen, und an ihrem Standort errichtete die Stadt 1988 einen Gedenkstein. Heute ist der Friedhof im Gegensatz zu anderen Gothaer Friedhöfen nicht öffentlich zugänglich. Besuche sind nur nach vorheriger Anmeldung bei der Stadtverwaltung möglich, was viele Interessierte enttäuscht, wie auch Bewertungen im Internet zeigen.

Der Jüdische Friedhof ist nicht nur ein Zeugnis jüdischer Geschichte in Gotha, sondern auch Schauplatz antisemitischer Straftaten. So wurden im Jahr 2004 mehrere Grabsteine umgeworfen und beschädigt. Eine erneute Schändung ereignete sich 2008, als Unbekannte am Eingangstor einen Schweinekopf sowie ein Plakat mit antisemitischen Parolen anbrachten und Gläser mit Schweineblut über das Tor warfen. Die Täter wurden später zu Geldstrafen und Haft auf Bewährung verurteilt. Diese Vorfälle verdeutlichen die anhaltende Bedeutung des Ortes als Symbol jüdischer Erinnerungskultur und gleichzeitig als Ziel rechtsextrem motivierter Provokationen. Der Friedhof ist heute Teil der Liste der Kulturdenkmale der Stadt Gotha und wird als geschützter Ort der Erinnerung gepflegt.

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Häufige Fragen zu Jüdischer Friedhof

Wo befindet sich der Jüdische Friedhof in Gotha?
Der Jüdische Friedhof in Gotha befindet sich an der Ecke Eisenacher Straße / In der Klinge. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Wann wurde der heutige Jüdische Friedhof in Gotha angelegt?
Um 1870 erwarb die jüdische Gemeinde das Grundstück für den heutigen Friedhof an der Eisenacher Straße. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Wie viele Grabstellen gibt es auf dem Jüdischen Friedhof in Gotha?
Bis 1942 wurden auf dem rund 2.805 Quadratmeter großen Friedhof etwa 172 Grabstätten angelegt. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Welche Vorfälle von Schändungen gab es auf dem Jüdischen Friedhof in Gotha?
2004 wurden 14 Grabsteine umgeworfen, 2008 wurde am Eingangstor ein Schweinekopf und antisemitische Parolen angebracht. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Kann man den Jüdischen Friedhof in Gotha besuchen?
Ja, aber im Gegensatz zu anderen Friedhöfen ist er verschlossen und kann nur nach Anmeldung bei der Stadtverwaltung besucht werden. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia