Bibliothek des Deutschen Museums
Highlights
- Die Bibliothek des Deutschen Museums beherbergt fast eine Million Bände und 1700 laufende Zeitschriften zur Geschichte von Naturwissenschaft und Technik.
- 1932 eröffnete die Bibliothek mit 700 Arbeitsplätzen und 11.000 Freihandbänden – ein für damalige Standards revolutionäres Konzept.
- Seit 2017 digitalisiert das Museum urheberrechtsfreie Werke (über 100.000) und verbindet sie virtuell mit Objekten und Archivalien.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang zur Bibliothek erfolgt über den rollstuhlgerechten Eingang auf der Museumsinsel, der direkt an den öffentlichen Nahverkehr angebunden ist.
- Die Präsenzbibliothek stellt rund eine Million Bände sowie 1.700 laufende Zeitschriften zur Verfügung, die vor Ort eingesehen werden können.
- Ein detaillierter Lageplan auf der Website zeigt den Weg zur Bibliothek und zum Archiv sowie die Anbindung an den öffentlichen Verkehr.
Eigenschaften
Ausflug Kultur Bibliothek: Deutsches Museum München
Die Bibliothek des Deutschen Museums in München-Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt zählt zu den bedeutendsten wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands mit einem einzigartigen Fokus auf Naturwissenschaften, Technik und Technikgeschichte. Gegründet 1903 parallel zum Deutschen Museum, war sie damals eine revolutionäre Einrichtung, da sie als erste deutsche Bibliothek gesamtstaatliche Aufgaben übernahm. Der ursprüngliche Bestand umfasste rund 22.000 Bände, die in einem gedruckten Katalog dokumentiert wurden. Schon früh wurde die Bibliothek als zentrale Wissensplattform etabliert und 1932 mit einem repräsentativen Neubau mit 700 Arbeitsplätzen und einem Magazin für eine Million Bände eröffnet – ein international beachtetes Projekt.
Der historische Bestand der Bibliothek ist von herausragender Bedeutung, da er nicht nur Fachliteratur, sondern auch seltene Quellenwerke zur Geschichte von Wissenschaft und Technik umfasst. Besonders erwähnenswert ist die Überlieferung aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs: Während die infame Ausstellung *„Der ewige Jude“* (1937/38) im Obergeschoss stattfand, blieben die Bestände im Erdgeschoss unversehrt. Nach Kriegsende wurde das Obergeschoss wiederhergestellt und als Magazin genutzt, während der Lesesaal 1960 – wenn auch verkleinert – wiedereröffnet wurde. Seitdem entwickelte sich die Bibliothek zu einem zentralen Forschungsort, insbesondere durch die Gründung des Forschungsinstituts für die Geschichte von Naturwissenschaft und Technik 1963.
Die Bibliothek ist eine Präsenzbibliothek, was bedeutet, dass ihre fast eine Million Bände – darunter 1.700 laufende Zeitschriften – stets zugänglich sind. Um die Recherche zu erleichtern, wurde 1999 ein Online-Katalog (OPAC) eingeführt, der seit 1977 erschienene Literatur abdeckt. Im Laufe der Jahre wurde das digitale Angebot kontinuierlich ausgebaut: 2002 folgte die elektronische Zeitschriftenbibliothek, 2005 ein Datenbank-Informationssystem, und seit 2006 werden urheberrechtsfreie Werke digitalisiert. Ein besonderes Projekt ist die Zusammenarbeit mit Google ab 2017, bei der über 100.000 historische Werke digitalisiert wurden, um sie im Portal *„Deutsches Museum digital“* zu vernetzen.
Neben der Bereitstellung von Fachliteratur fördert die Bibliothek wissenschaftliche Zusammenarbeit durch Programme wie das Scholar in Residence, das Stipendien für bis zu zwölf Monate bietet. Zudem ist sie eng mit dem Münchner Zentrum für Wissenschafts- und Technikgeschichte verknüpft, das Forschung und Sammlungstätigkeiten des Deutschen Museums mit externen Partnern verbindet. Die Bibliothek engagiert sich zudem für den freien Zugang zu Forschungsergebnissen und ist an der Erstellung der *„Deutschen Historischen Bibliografie“* beteiligt. Ihr barrierefreier Zugang und die enge Anbindung an die Museumsinsel machen sie zu einem wichtigen Ort für Wissenschaft, Bildung und kulturellen Austausch in München.