St. Anton
Highlights
- 1670 errichtete Bartholomäus Deibler als erste Kapelle eine offene Feldkapelle am Steig nach Thalkirchen (heute Kapuzinerstraße).
- 1895 ersetzte die Antoniuskirche den historischen Kuppelbau; 1944 diente das Gelände als Arbeitslager für Ukrainer.
Tipps
- Die historische Antoniuskirche bietet eine Führung durch den Kuppelbau mit originalem Gnadenbild aus dem 17. Jahrhundert an, das als Wallfahrtsort bekannt wurde.
- Im ehemaligen Kapuzinerchor – heute Sakristei – sind archäologische Funde und historische Bauteile aus der Zeit um 1670 dokumentiert und zugänglich.
Eigenschaften
Kirchen in St. Anton – München-Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt
Die katholische Kirche St. Anton in München-Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt ist ein historisches Sakralbauwerk mit einer bewegten Vergangenheit, das tief in der lokalen Tradition verwurzelt ist. Ihre Ursprünge reichen bis ins Jahr 1670 zurück, als der Abdecker Bartholomäus Deibler an der heutigen Kapuzinerstraße eine bescheidene Feldkapelle errichtete. Die Lage nahe dem Alten Südfriedhof – seit 1563 als Pestfriedhof genutzt – machte den Ort schnell zu einem Wallfahrtsziel, an dem sich eine lebendige Frömmigkeitskultur entwickelte.
Der heutige Zentralbau mit seiner markanten Kuppel entstand vermutlich unter der Leitung des Münchner Maurermeisters Wolfgang Zwerger, der auch an der Sendlinger Kirche mitwirkte. Der achteckige Grundriss und der Kapuzinerchor (heute Sakristei) zeugen von der barocken Bauweise des 17. Jahrhunderts. Besonders verehrt wurde hier ein altes marianisches Gnadenbild, das bis heute als zentrales Andachtsobjekt gilt. Doch bereits 1895 wurde die Kirche durch einen Neubau ersetzt, der den ursprünglichen Bau teilweise überformte.
Im 20. Jahrhundert erlebte der Komplex weitere Veränderungen: 1944 diente das Gelände zeitweise als Unterkunft für ukrainische Zwangsarbeiter der optischen Werke Rodenstock. Später wurde das Langhaus der Schmerzhaften Kapelle (1855) vom historischen Kuppelbau getrennt und für weltliche Zwecke genutzt – so beherbergte es ab den 1960er Jahren das Fernsehstudio der Journalistenschule des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses. Die liturgischen Räume wurden neu geordnet, darunter die restaurierten Figuren wie die Plastik des Grabesheilands aus den 1820er Jahren oder das Gemälde des Auferstandenen über dem Eingang.
Seit 2011 gehört St. Anton zum Pfarrverband Isarvorstadt und bleibt ein Ort der Besinnung, der sowohl historische Schätze bewahrt als auch moderne spirituelle Angebote verbindet. Die Kirche besticht durch ihre Mischung aus barocker Architektur, restaurierten Kunstwerken und der Verbindung zu lokalen Erinnerungen – etwa dem nahen Alten Südfriedhof oder dem ehemaligen Arbeitslager. Mit einem Google-Rating von 4,5/5 spiegelt sie die Wertschätzung der Besucher wider, die hier nicht nur Gottesdienst, sondern auch kulturelle Geschichte erleben.