Museum

KZ-Außenlager Hersbruck - Dokumentationsort

Badstraße, 91217 Hersbruck

Highlights

  • Ab Sommer 1944 entstand in Hersbruck das zweitgrößte Flossenbürger Außenlager mit 500 Männern und 500 Frauen.
  • Der Dokumentationsort zeigt historische Orte des Zwangsarbeitskomplexes und Biografien der Häftlinge.
  • Seit 2015 bietet ein Bildungszentrum mit Dauerausstellungen Einblick in Lagergeschichte und Nachwirkungen.

Tipps

  • Der Dokumentationsort bietet eine Führung durch das ehemalige Außenlager mit Fokus auf die Lebensbedingungen und Zwangsarbeit der Häftlinge.
  • Die Dauerausstellung zeigt historische Dokumente und Biografien von Betroffenen, die Einblicke in individuelle Schicksale ermöglichen.
  • Ein Informationsbereich im Außenlager Happurg thematisiert die Verbindung von Rüstungsproduktion und NS-Terror im regionalen Kontext.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kultur-Museum KZ-Außenlager Hersbruck: Dokumentationsort

Der Dokumentationsort KZ-Außenlager Hersbruck erinnert an eines der größten Außenlager des KZ Flossenbürg, das ab Sommer 1944 in Hersbruck errichtet wurde. Direkt neben dem Schwimmbad entstand ein Teil des Außenlager-Komplexes, der zur Zwangsarbeit für die Rüstungsindustrie genutzt wurde. Der Ort dokumentiert die brutale NS-Geschichte und die systematische Ausbeutung von Häftlingen, darunter Männer, Frauen und ältere Menschen, die aus anderen Lagern wie Auschwitz oder Groß-Rosen verschleppt wurden.

Die SS organisierte hier eine hierarchische Ordnung des Terrors, die sich durch Gewalt, Hunger und unmenschliche Arbeitsbedingungen auszeichnete. Die Zwangsarbeiter wurden in Steinbrüchen, unter Tage oder in der Rüstungsproduktion eingesetzt – ein System, das eng mit der lokalen Wirtschaft und der SS-Siedlung verwoben war. Der Dokumentationsort zeigt diese Verflechtung auf und macht die Verantwortung der Region für das NS-Regime sichtbar.

Seit 2015 ist der Ort als Bildungszentrum mit zwei Dauerausstellungen zugänglich. In der ehemaligen Lagerwäscherei wird die Geschichte des KZ Flossenbürg und seiner Außenlager thematisiert, während die Ausstellung in der Häftlingsküche unter dem Titel *„was bleibt“* die langfristigen Nachwirkungen des NS-Regimes auf die Gesellschaft beleuchtet. Biografien ehemaliger Häftlinge, historische Dokumente und Exponate geben Einblick in das Leben unter der Diktatur und die Überlebensstrategien der Betroffenen. Besonders eindrücklich sind die Berichte von Zwangsarbeitern wie dem ehemaligen Radsportler Eugen Plappert, dessen Schicksal exemplarisch für die Entrechtung und Vernichtungspolitik steht.

Der Dokumentationsort verbindet historische Aufarbeitung mit lokaler Erinnerungskultur. Er zeigt, wie das KZ-System tief in die Infrastruktur Hersbrucks eingriff – von der Nutzung von Steinbrüchen bis zur Integration der SS-Siedlung in das Ortsbild. Durch Führungen, Archivforschung und ein Museumscafé wird der Ort zu einem Ort der Begegnung, an dem Besucher:innen sich mit der NS-Vergangenheit auseinandersetzen und die Verantwortung für die Bewahrung des Gedächtnisses teilen können. Besonders relevant bleibt die Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte auch heute, um aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen.

Für Geschichtsinteressierte und Ausflügler bietet der Dokumentationsort eine einzigartige Möglichkeit, sich mit einem der dunkelsten Kapitel der regionalen Geschichte auseinanderzusetzen. Neben der Gedenkstätte Flossenbürg – bekannt für ihre mittelalterliche Burgruine – wird hier die Verbindung von NS-Terror und lokaler Wirtschaft sichtbar gemacht. Der Ort lädt dazu ein, die Geschichte kritisch zu reflektieren und die Bedeutung von Erinnerungskultur für die Gegenwart zu verstehen.

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