Burgstall Kleiner Hansgörgel
Highlights
- Der Burgstall Kleiner Hansgörgel ist eine fast vollständig abgegangene hochmittelalterliche Adelsburg nordwestlich von Hersbruck.
- Sie thront auf 553 Metern Höhe auf der Spornkuppe des Kleinen Hansgörgels und überschaut das Pegnitztal.
- Archäologische Funde datieren die Burg in das 13. Jahrhundert, die genaue Herkunft bleibt jedoch unklar.
Tipps
- Der Burgstall ist über einen nicht beschilderten Wanderweg erreichbar und eignet sich für einen kurzen Ausflug in die Natur.
- Auf dem Gelände befinden sich nur wenige sichtbare Reste der ehemaligen Burg, darunter Steinwälle und Gräben.
- Kleiner Gipfel mit leichten Klettermöglichkeiten, ideal für einen kurzen Aufenthalt in ruhiger Waldumgebung.
Eigenschaften
Über Burgstall Kleiner Hansgörgel
Der Burgstall Kleiner Hansgörgel liegt im westlichen Bereich der Hersbrucker Alb im Landkreis Nürnberger Land in Bayern. Er befindet sich auf der höchsten Erhebung des Kleinen Hansgörgels, etwa zwei Kilometer westsüdwestlich der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche St. Margaretha in Oberkrumbach. Die ehemalige Höhenburg thront rund 200 Meter über dem Tal der Pegnitz und markiert heute einen landschaftlich reizvollen Berggipfel mit historischem Hintergrund. Der Name „Burgstall Unterkrumbach“ verweist auf die geografische Nähe zu diesem Ortsteil.
Die Burg selbst ist heute nahezu vollständig verschwunden. Lediglich einige Steinwälle und zwei Gräben erinnern noch an die einstige Anlage. Die Ausdehnung der Burg wird auf etwa 125 mal 90 Meter geschätzt. Sie gliederte sich in eine tiefer gelegene Unterburg und eine oval angelegte Oberburg an der Spitze des Bergsporns. Der Geländeverlauf ist heute durch den Halsgraben gekennzeichnet, der etwa 90 Meter lang und bis zu vier Meter tief ist. Ein innerer Wall markiert den ehemaligen Verlauf der Ringmauer. Etwa 55 Meter weiter führt ein zweiter, halbkreisförmiger Graben um die Oberburg, dahinter vermutet eine Berme als Geländekante. Auf der Oberburg, die etwa 2,50 Meter über dem Grabensohl liegt, lassen sich vereinzelt Keramikscherben und Mörtelreste finden.
Archäologische Funde deuten auf eine Entstehung im 13. Jahrhundert hin. Über den Erbauer oder die Bewohner der Burg liegen keine urkundlichen Erkenntnisse vor. Lediglich eine mögliche Verbindung zu den Herren von Krumbach wird diskutiert, einem Vasallengeschlecht der Herren von Rothenberg. Die Lage der Burg auf einer vorgeschichtlichen Höhensiedlung unterstreicht die strategische Bedeutung des Geländes über Jahrhunderte hinweg. Die Stelle ist heute Teil eines vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erfassten Bodendenkmals mit der Nummer D-5-6434-0023.
Der Zugang zum Burgstall erfolgt über einen nicht beschilderten Wanderweg. Der Weg führt durch dicht bewaldetes Gelände, das sowohl Wanderern als auch Naturliebhabern eine ruhige und abwechslungsreiche Erholungsmöglichkeit bietet. Aufgrund der Waldlage ist von der ehemaligen Burg keine Aussicht möglich. Dennoch lohnt der Aufstieg durch die abwechslungsreiche Topografie und die Spuren der mittelalterlichen Befestigung. Der Gipfel bietet zudem kleine Kletterstellen sowie ein Gipfelkreuz, das den höchsten Punkt markiert.
Der Burgstall Kleiner Hansgörgel vereint somit historische Spurensuche mit einer ruhigen, naturverbundenen Erholung inmitten der Hersbrucker Alb. Die Abgeschiedenheit des Ortes trägt zu seiner besonderen Atmosphäre bei. Obwohl keine touristische Infrastruktur besteht, wird der Ort als empfehlenswertes Ausflugsziel wahrgenommen, das Raum für Stille, Bewegung und Entdeckung bietet.