Kirche/Kloster

Synagoge Ermreuth

Wagnergasse 8, 91077 Neunkirchen am Brand-Ermreuth

Highlights

  • Die Synagoge in Ermreuth wurde 1819 bis 1822 erbaut und 1822 eingeweiht.
  • Nach dem Novemberpogrom 1938 wurde das Gebäude geschändet, aber nicht zerstört.
  • Seit 1994 dient sie als jüdisches Museum mit Dauerausstellung über das ländliche Leben.

Tipps

  • Die Synagoge ist sonntags von April bis Oktober für Besucher geöffnet, einmal mit Führung und einmal mit freiem Eintritt.
  • Das Gebäude verfügt über eine historische Treppe, der Sakralraum ist nahezu ebenerdig zugänglich.
  • Spenden zur Erhaltung des Denkmals werden vom Zweckverband entgegengenommen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Synagoge Ermreuth

Die Synagoge Ermreuth ist ein bedeutendes Kulturdenkmal im Gemeindeteil Ermreuth des Marktes Neunkirchen am Brand im oberfränkischen Landkreis Forchheim. Der imposante Sakralbau wurde in den Jahren von 1819 bis 1822 errichtet und zeugt von der einst blühenden jüdischen Gemeinde in der Region. Ursprünglich musste das Gotteshaus den wachsenden Bedürfnissen der Gemeinde wegen des Anstiegs der Mitgliederzahl dienen, weshalb der Neubau den Vorgänger aus dem Jahr 1738 ablöste. Das Gebäude überstand die NS-Zeit, wurde jedoch während des Novemberpogroms 1938 geschändet und entweiht, blieb aber erhalten.

Heute dient die Synagoge als kultureller Begegnungsraum und beherbergt eine Dauerausstellung im ersten Obergeschoss, die sich mit dem jüdischen Leben auf dem Land, insbesondere am Beispiel Ermreuth, beschäftigt. Die Exponate stammen aus der sogenannten Geniza – rituelle Gegenstände und Texte, die vom Dachboden der Synagoge geborgen wurden. Die architektonischen Besonderheiten des Gebäudes spiegeln den klassizistischen Stil der Bauzeit wider: Der zweigeschossige Massivbau mit Walmdach, Ecklisenen und einem Kranzgesims mit Karnies zeigt die handwerkliche Qualität der damaligen Baukunst. Besucher gelangen über separate Eingänge für Männer und Frauen in den Betsaal, während die Frauenemporen über eine Wendeltreppe erreichbar sind.

Nach ihrer Nutzung als Lagerhaus durch die Raiffeisenbank Ermreuth wurde das Gebäude in den 1970er Jahren an die Gemeinde übergeben. Ein aufwendiger Sanierungsprozess unter Leitung des Landkreises Forchheim führte 1994 zur feierlichen Wiedereröffnung. Seitdem fungiert die Synagoge als Ort des Gedenkens und der Bildung. Regelmäßige Öffnungszeiten sowie Führungen ermöglichen Einblicke in die jüdische Geschichte der Region. Die Synagoge wird heute vom Zweckverband Synagoge Ermreuth betreut und ist sowohl für Schulklassen als auch für Gruppen und Einzelpersonen zugänglich.

Die Synagoge Ermreuth steht nicht nur für jüdisches Kulturerbe, sondern auch für die Aufarbeitung der Geschichte und die Bedeutung des interkulturellen Austauschs. Mit einer Bewertung von 4,9 von 5 Sternen bei zahlreichen positiven Besucherbewertungen gilt sie als lohnenswertes Ausflugsziel für Interessierte der Regionalgeschichte, Kultur und Denkmalpflege. Spenden zur Erhaltung des Gebäudes werden vom Landkreis Forchheim und der Marktgemeinde Neunkirchen am Brand ausdrücklich begrüßt.

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