Kirche/Kloster

Stadtkirche

98724 Neuhaus am Rennweg

Highlights

  • Die Stadtkirche Neuhaus am Rennweg ist eine neugotische Holzkirche, die 1892 eingeweiht wurde.
  • Sie entstand unterhalb der alten Barockkirche, die 1673 erbaut und 1894 abgerissen wurde.
  • Die Kirche verfügt über rund 350 Sitzplätze, eine dreiseitige Empore und ein Altarbild von Peter Paul Rubens.

Tipps

  • Die Stadtkirche in Neuhaus am Rennweg ist eine neugotische Holzkirche aus dem Jahr 1892 und steht unterhalb des Marktplatzes auf einem Natursteinsockel.
  • Führungen sind möglich und bieten in etwa 30 Minuten einen Einblick in die Geschichte und Architektur der Kirche.
  • Der nahegelegene Parkplatz ist barrierefrei, jedoch sollte man sich vor Ort erkundigen, ob eine Besichtigung möglich ist.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Stadtkirche

Die Stadtkirche Neuhaus am Rennweg ist die evangelisch-lutherische Kirche der Stadt im Landkreis Sonneberg, Thüringen. Sie wurde am 28. August 1892 feierlich eingeweiht und zählt heute zu den bedeutenden sakralen Bauten der Region. Die neugotisch gestaltete Holzkirche steht unterhalb des Marktplatzes und erhebt sich majestätisch über der historischen Altstadt. Sie löste eine ältere Barockkirche aus dem späten 17. Jahrhundert ab, die ursprünglich als Teil eines Jagdhauses des Grafen Albert Anton von Schwarzburg-Rudolstadt errichtet worden war.

Die Geschichte der Kirche reicht weit zurück. Neuhaus und der Stadtteil Schmalenbuche gehörten anfangs zur Pfarrei Oberweißbach. Im Zuge der gräflichen Bauten entstand 1673 eine kleine Holzkirche, die später zur eigenständigen Pfarrei mit den Gemeinden Schmalenbuche und Lichte ausgebaut wurde. Mit wachsender Gemeindemitgliederzahl und baulichem Verfall im 19. Jahrhundert wurde der Neubau einer Kirche notwendig. Die Planung übernahm der Architekt Rudolph Brecht, und der Neubau wurde 1891/92 unterhalb der Vorgängerkirche errichtet. Die alte Kirche wurde 1894 abgetragen.

Architektonisch präsentiert sich die Kirche als neugotische Saalkirche mit Schieferverkleidung. Sie ruht auf einem Natursteinsockel und verfügt über einen eingezogenen Chor sowie einen Turm mit Dachreiter. Besonders auffallend sind die zweifarbige Fassadengliederung und die spitzbogigen Zwillingsfenster. Der Innenraum bietet etwa 350 Sitzplätze und ist vollständig in Holz gehalten. Eine dreiseitige Empore umschließt den Kirchenraum, und sichtbare Hängewerke tragen den Dachstuhl. Die Fenster zieren geometrisch-ornamentale Glasmalereien, gefertigt von der Glasmalereianstalt Ferdinand Müller. Das Altarbild zeigt eine Kreuzabnahme von Peter Paul Rubens als Öldruck. Ornamentale Elemente aus Weintrauben und Reben verweisen auf das Gleichnis vom Weinstock im Johannesevangelium.

Die Kirche verfügt über eine eigens errichtete Orgel, ursprünglich von Carl Loesche im Jahr der Kircheneinweihung gebaut. 1974 wurde diese durch ein neues Instrument der Firma Rudolf Böhm ersetzt. Die Glocken befinden sich nicht im Turm, sondern in einem separaten Glockenhaus, das 1924 errichtet wurde, da der Turm den Belastungen der nach dem Ersten Weltkrieg gegossenen Glocken nicht standhielt. Eine kleinere Glocke aus Hartguss befindet sich weiterhin im Dachreiter des Turms.

Die Stadtkirche ist nicht nur ein Ort des Gottesdienstes, sondern auch ein kulturhistorisches Zeugnis der Region. Mehrere Instandsetzungen in den Jahren 1982, 1994 und 2006 sicherten den Erhalt des Baus. Besucher berichten von einer eindrucksvollen Atmosphäre und einer lohnenswerten Führung, die Einblicke in die Bau- und Kirchengeschichte gewährt. Die kunstvoll gestaltete Fassade sowie die liebevoll erhaltene Innenausstattung machen die Kirche zu einem bemerkenswerten Kulturdenkmal im thüringischen Oberland.

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