Archäologische Stätte

Großsteingrab Alt Stassow 1

18195 Grammow

Highlights

  • Großsteingrab Alt Stassow 1 ist eine jungsteinzeitliche Megalithanlage der Trichterbecherkultur im Landkreis Rostock.
  • Es liegt östlich von Alt Stassow in einem Waldstück und gehört zu einer Gruppe von vier Großsteingräbern.
  • 1970 führte Ewald Schuldt archäologische Ausgrabungen durch, bei denen menschliche Reste und Keramikscherben gefunden wurden.

Eigenschaften

Parkplatz vorhanden Kulturell Ganzjährig

Über Großsteingrab Alt Stassow 1

Das Großsteingrab Alt Stassow 1 ist eine bedeutende megalithische Grabanlage der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur und zählt zu den archäologischen Kulturdenkmälern im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern. Es liegt im Wald östlich des Ortsteils Alt Stassow, nahe der Gemeindegrenze zu Nustrow, und ist Teil einer Gruppe von vier Großsteingräbern, die unter der Sprockhoff-Nummer 360–363 geführt werden.

Die Anlage ist nicht direkt über öffentliche Wege erreichbar, doch ein guter Ausgangspunkt für Wanderer ist der nahegelegene Ort Sparow, von dem aus ein Schild den Weg weist. Etwa 1,5 Kilometer Fußweg führen durch die Natur zum Großsteingrab. Die ruhige Waldrandsituation bietet nicht nur archäologisches Interesse, sondern lädt auch zu einem kulturhistorischen Spaziergang inmitten der mecklenburgischen Landschaft ein.

Grab 1 ist heute durch nur noch fünf größere Steine gekennzeichnet, die jedoch nicht mehr in ihrer ursprünglichen Position verblieben sind. Archäologische Untersuchungen unter Leitung von Ewald Schuldt brachten wichtige Erkenntnisse: Bereits in geringer Tiefe wurden menschliche Skelettreste gefunden, die slawischen Nachbestattungen zugeordnet werden. Die Grabkammer selbst war nordost-südwestlich ausgerichtet und wurde auf etwa fünf Meter Länge und zwei Meter Breite geschätzt. Der ursprüngliche Grabtyp konnte aufgrund der Zerstörung nicht eindeutig bestimmt werden, es dürfte sich jedoch um einen Großdolmen oder ein Ganggrab gehandelt haben. Funde umfassten unter anderem Keramikscherben, eine Feuersteinspitze sowie ein Werkzeug aus Schmalmeißel.

Die Großsteingräber bei Alt Stassow gehören zu den ältesten Zeugnissen der Besiedlungsgeschichte in der Region. Sie zeugen von den Bestattungsbräuchen und dem technischen Können der Trichterbecherkultur. Die Forschungsgeschichte reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück und wurde durch spätere Aufnahmen in den Atlas von Ernst Sprockhoff sowie die Ausgrabungen der 1970er Jahre dokumentiert. Die Anlage ist ein lohnendes Ziel für Kulturinteressierte und Wanderfreunde, die die archäologische Vielfalt Mecklenburg-Vorpommerns entdecken möchten.

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