Franziskanerkloster
Highlights
- Das Franziskanerkloster Gransee bestand von etwa 1270 bis Mitte des 16. Jahrhunderts.
- Der erhaltene östliche Klausurflügel mit Kreuzgang wurde bis in die 1960er Jahre als Schule genutzt.
- Die Klosterkirche brannte 1604 nieder, der letzte Mönch starb 1561.
Tipps
- Der östliche Klausurflügel des ehemaligen Franziskanerklosters ist als Denkmal erhalten und lohnt einen Besuch, allerdings momentan nur von außen einsehbar.
- Die Umgebung lädt zu Spaziergängen entlang der Stadtmauer und zum nahegelegenen See mit idyllischem Ausblick ein.
- Sanierungsarbeiten am Gebäude und am ehemaligen Schulgebäude können die Besucheransicht vorübergehend einschränken.
Eigenschaften
Über Franziskanerkloster
Das Franziskanerkloster in Gransee zählt zu den bedeutenden sakralen Kulturdenkmälern im Nordosten Brandenburgs. Es wurde im 13. Jahrhundert errichtet, nachdem die Stadt Gransee ihr Stadtrecht erhalten hatte. Die Franziskaner, auch als „Graue Mönche“ bekannt, gründeten hier ein Kloster, das bis ins 16. Jahrhundert bestand. Von den ursprünglichen Bauten ist heute hauptsächlich der östliche Klausurflügel mit Kreuzgang erhalten, der sich am Klosterplatz bzw. in der Klosterstraße befindet und als Denkmal unter der Nummer in der Liste der Denkmale in Brandenburg erfasst ist.
Das Kloster wurde ursprünglich als Backsteinbau im gotischen Stil errichtet. Die Klosterkirche war entweder eine einschiffige oder eine dreischiffige Hallenkirche mit einschiffigem Langchor. Im Laufe des 14. Jahrhunderts entstanden der Ost- und der Westflügel, letzterer mit einem Kreuzgang verbunden. Nördlich des Klosters verlief zeitweise auch eine Stadtmauer, die den Konvent zusätzlich schützte. Nach der Reformation, die in der Region zur Auflösung katholischer Klöster führte, wurde die Anlage 1541 an die Stadt Gransee verkauft. Die Klosterkirche wurde später durch Brände weitgehend zerstört, während der Ostflügel erhalten blieb und bis in die 1960er Jahre als Schule genutzt wurde.
Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz und wird umfassend saniert. Momentan ist der verbliebene Klosterflügel nur über Bauzäune hinweg einsehbar. Auch das direkt angrenzende ehemalige Schulgebäude wird restauriert. Während dieser Bauarbeiten ist der Zugang zum Gelände eingeschränkt, was von Besucherseite sowohl kritisch wie auch als störend wahrgenommen wird. Dennoch zeichnet sich das Areal durch seine ruhige, idyllische Lage aus, umgeben von Grünflächen und in unmittelbarer Nähe zum Granseer See.
Einige Elemente des Klosters erinnern noch heute an seine Funktion als Bildungsstätte: So wurde im „Fürstensaal“ zeitweise reformierte Gottesdienste abgehalten, und Teile des Gebäudes dienten als Pfarrhaus. Ein bemerkenswertes Kulturgut des Klosters, das Annenretabel aus der Zeit um 1520/30, ist heute in der Marienkirche Gransee zu sehen. Das ehemalige Gartenareal des Klosters, das als „Stadthof“ bezeichnet wurde, wurde nach der Aufhebung des Klosters landwirtschaftlich genutzt.
Das Franziskanerkloster steht exemplarisch für die Geschichte der Stadt Gransee und die religiöse wie kulturelle Entwicklung der Region im Mittelalter und in der Reformationszeit. Obwohl es heute nicht vollständig zugänglich ist, bleibt es ein markantes Zeugnis mittelalterlicher Klosterarchitektur und urbaner Geschichte im nordbrandenburgischen Raum.