Denkmal/Gedenkstätte

Johann Hieronymus Schroeter

Hauptstraße 63, 28865 Lilienthal

Highlights

  • Johann Hieronymus Schroeter baute 1788 in Lilienthal den ‚Urania-Tempel‘ als zweiten Beobachtungsstandort mit Europas größten Teleskopen.
  • Seine Mondbeobachtungen ergaben 1792–1806 den präzisen Atlas mit 43 Tafeln der Mondoberfläche – Grundlage für spätere Astronomen.
  • Schroeter unterrichtete ab 1796 seinen Sohn Johann Friedrich und förderte die Astronomie, bis staatliche Mittel 1806 ausblieben.

Tipps

  • Der Besuch der historischen Sternwarte ermöglicht Einblicke in die astronomischen Beobachtungen des 18. Jahrhunderts mit originalgetreuen Nachbauten der Teleskope.
  • Der Urania-Tempel im Garten bietet eine rekonstruierte Beobachtungsstation, die Schroeters systematische Himmelsstudien nachvollziehbar macht.
  • Die Ausstellung zeigt originale Mondkarten und Abbildungen, die auf Schroeters präzise Beobachtungen der Mondoberfläche basieren.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Johann Hieronymus Schröter – Lilienthal

und frühen 19. Jahrhunderts und prägte mit seiner Sternwarte in Lilienthal die wissenschaftliche Landschaft der Region. Sein Wirken begann mit der Entdeckung des Uranus durch Friedrich Wilhelm Herschel im Jahr 1781, die Schroeter dazu veranlasste, systematische Himmelsbeobachtungen durchzuführen. In Lilienthal errichtete er eine der modernsten Sternwarten Europas, ausgestattet mit den größten Teleskopen der Zeit. Besonders bekannt wurde sein „Urania-Tempel“, ein zweiter Beobachtungsstandort im Garten, der 1788 fertiggestellt wurde und als Symbol seiner Leidenschaft für die Astronomie diente.

Schroeters Teleskope erreichten durch präzise Justierung und technische Innovation herausragende Abbildungsqualitäten. Seine Beobachtungen des Mondes führten zu einer der ersten systematischen Kartografien seiner Oberfläche, die später als Grundlage für Mondatlanten diente. 1792 knüpfte er Kontakte zu Wissenschaftlern wie Professor Johann Gottlieb Friedrich Schrader aus Kiel, was seine Forschung weiter vorantrieb. Als erster Inspektor der Sternwarte fungierte der Theologe Karl Ludwig Harding, der zudem Schroeters Sohn Johann Friedrich unterrichtete. Trotz finanzieller Engpässe – etwa ausbleibender Zahlungen aus England ab 1806 – blieb Schroeters Werk ein Meilenstein der astronomischen Forschung.

Die Sternwarte in Lilienthal wurde zum Zentrum für astronomische Entdeckungen und inspirierte spätere Generationen. Schroeters Mondbeobachtungen, dokumentiert in 43 detaillierten Tafeln, gelten bis heute als wegweisend. Sein Einfluss erstreckte sich über die Region hinaus, etwa durch Mitgliedschaften in renommierten Akademien wie der Leopoldina. Heute erinnert ein Nachbau seines Teleskops aus dem Jahr 1794 an sein Erbe und zeigt die technische Meisterleistung der damaligen Zeit. Die Sternwarte Lilienthal steht damit als lebendiges Denkmal für Schroeters bahnbreitenden Beitrag zur Wissenschaft und Kultur der Region.

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