Denkmal/Gedenkstätte

Altes Bürgermeisteramt von 1887

Rheinbabenstraße 110, 47800 Krefeld

Highlights

  • Das Alte Bürgermeisteramt von 1887 in Krefeld-Linn wurde 1859 als Bürgerhaus für den Bäcker Matthias Terstappen erbaut und später zum Rathaus umgebaut.
  • 1938 zählte das Gebäude 110 Räume; heute beherbergt es die Gaststätte ‚Linnsche Huus‘ in historischer Backsteinarchitektur aus dem 17.–18. Jh.
  • Die Ankersplinten zeigen 1766 – Hinweis auf frühere Umbauten; 1706 waren massive Backsteinbauten in Linn noch selten.

Tipps

  • Das historische Gebäude bietet Einblicke in die Architektur des 19. Jahrhunderts mit originalen Details aus der Zeit um 1887.
  • Die Gaststätte im Gebäude ermöglicht eine Verbindung von Kultur und kulinarischem Genuss in historischer Umgebung.
  • Die Ankersplinten mit der Jahreszahl 1766 an der Margaretenstraße verweisen auf die lange Baugeschichte des Areals.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Altes Bürgermeisteramt Krefeld – Kulturdenkmal 1887

Das Alte Bürgermeisteramt von 1887 in Krefeld ist ein prächtiges Zeugnis der historischen Architektur im Stadtteil Linn und ein bedeutendes Kulturdenkmal der Region. Ursprünglich als Wohngebäude für den Bäcker Matthias Terstappen im Jahr 1859 errichtet, wurde das Gebäude später – nach einer Umgestaltung – zum Sitz der lokalen Verwaltung. Die markanten Ankersplinten an der Fassade zur Margaretenstraße hin tragen die Jahreszahl 1766, was auf frühere bauliche Veränderungen oder eine mögliche Vorläuferbebauung hinweist. Die Backsteinmauern, die bereits im 18. Jahrhundert in Linn selten waren, unterstreichen den besonderen Charakter des Gebäudes.

Linn, das seit dem Mittelalter eine eigenständige Gemeinde bildete, entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Verwaltungszentrum. Das heutige Bürgermeisteramt spiegelt diese historische Kontinuität wider: Nach seiner Nutzung als Rathaus wurde es im Jahr 1938 an einen Privatbesitzer verkauft. Die Umgebung des Gebäudes war bereits seit dem 17. Jahrhundert von baulicher Verdichtung geprägt – eine Karte aus dem Besitz der Familie de Greiff von 1816 zeigt Linn als dicht besiedeltes Gebiet mit klar abgegrenzten Straßen und Höfen. Die offene Hofzufahrt, die einst zum Grundstück gehörte, wurde später überbaut, was das heutige Erscheinungsbild des Hauses prägt.

Im Laufe der Jahrhunderte war das Gebäude nicht nur Verwaltungszentrum, sondern auch Teil des städtischen Lebens. Eine Postkarte aus der Zeit um 1900 zeigt den Blick von der Burg auf Linn, wobei das Rathaus als zentraler Punkt der Ortsmitte zu erkennen ist. Die Kritik an der Bausubstanz des Rathauses im 18. Jahrhundert deutet darauf hin, dass bereits damals der Erhalt historischer Bausubstanz eine Rolle spielte – ein Thema, das bis heute die Identität des Gebäudes prägt. Seit seiner Umnutzung beherbergt es heute die Gaststätte „Linnsche Huus“, die das historische Flair des Hauses bewahrt und es als lebendigen Ort der Begegnung erhält.

Das Alte Bürgermeisteramt von 1887 steht damit für die wechselvolle Geschichte Linns und Krefelds: von der mittelalterlichen Gemeinde über die Blütezeit als Textilstandort bis hin zur modernen Nutzung als kulturelles und gastronomisches Zentrum. Die Verbindung von Verwaltung, Handwerk und Alltagskultur macht das Gebäude zu einem faszinierenden Stück Stadtgeschichte – ein Ort, der Einblicke in die Entwicklung einer der ältesten Siedlungen am Niederrhein gewährt.

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