Krickenbecker Seen und Kleiner De Wittsee
Highlights
- Das Naturschutzgebiet Krickenbecker Seen und Kleiner De Wittsee in Nettetal umfasst 719 Hektar vielfältige Lebensräume.
- Es schützt wertvolle Feuchtlebensräume, Erlenbruchwälder und ziehende Vogelarten als Teil des Natura 2000-Netzes.
- Das Gelände erstreckt sich über die Nette und beinhaltet landschaftlich geprägte Seenlandschaften und Hangmoore.
Tipps
- Ruhe und Natur genießen – ideal zum Entspannen und Beobachten seltener Vögel.
- Wanderwege erkunden, besonders entlang der Nette und rund um die Krickenbecker Seen.
- Achten Sie auf beschilderte Rast- und Brutplätze – Störung von Tieren vermeiden.
Eigenschaften
Über Krickenbecker Seen und Kleiner De Wittsee
Das Naturschutzgebiet „Krickenbecker Seen und Kleiner De Wittsee“ liegt im nordwestlichen Teil des Kreises Viersen in Nordrhein-Westfalen. Es umfasst eine Fläche von rund 719 Hektar und zählt zu den bedeutenden Schutzgebieten im Naturraum der Schwalm-Nette-Platte. Geografisch gliedert sich das Gebiet in zwei Hauptbereiche: Im Westen erstrecken sich die Hinsbecker Höhen, ein tektonisch geprägter Höhenzug, während im Osten ein ausgedehntes Niederungs- und Seengebiet liegt, das als Teil des Venloer Grabens entstand. Nördlich wird das Areal durch die Netteniederung begrenzt.
Im Zentrum des Naturschutzgebietes befinden sich die vier kleeblattförmig angeordneten Krickenbecker Seen – darunter der Schrolik, der Poelvenn, das Hinsbecker Bruch und das Glabbacher Bruch –, die von der Nette durchflossen werden. Diese Seen weisen verschiedene Verlandungsstadien auf und sind von strukturreichen Feuchtlebensräumen sowie Au- und Erlenbruchwäldern umgeben. Diese Lebensräume bieten Brut-, Rast- und Überwinterungsplätze für eine Vielzahl von Vogelarten und machen das Gebiet zu einem der wertvollsten Wasservogelareale am Niederrhein. Insgesamt zeigt das Areal ein vielfältiges Mosaik aus Wald, Feuchtgebieten, Grünlandflächen und wertvollen Biotopen.
Die Hinsbecker Höhen bestehen aus nährstoffarmen, sandig-kiesigen Böden und sind geprägt von Birken- und Eichenwäldern. Hier finden sich auch seltene Lebensräume wie Hangmoore mit Gagelstrauch-Feuchtheiden und torfmoosreichen Beständen der Moorbirke. Besonders bemerkenswert sind zudem die landesweit bedeutsamen Schneidebestände am Hinsbecker Bruch und am Poelvenn. Die Grünlandbereiche sind kleinparzelliert und häufig durch Gewässer oder Gehölze strukturiert. Teils handelt es sich um orchideenreiche Nass- und Feuchtwiesen, die in ihrer Ausprägung an Flachmoore erinnern.
Das Gebiet ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und bildet zusammen mit dem FFH-Gebiet „Krickenbecker Seen-Kleiner De Wittsee“ sowie dem Vogelschutzgebiet „Schwalm-Nette-Platte mit Grenzwald und Meinweg“ eine bedeutende ökologische Fläche. Es dient als Refugial- und Kernlebensraum für viele gefährdete Arten und übernimmt Funktionen als Trittsteinbiotop für Pflanzen, Tiere und Pilze. Die Schutzausweisung zielt darauf ab, die Vielfalt der Lebensgemeinschaften langfristig zu erhalten und die ökologische Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes zu sichern.