Bockwindmühle Eldena
Highlights
- Die Eldenaer Bockwindmühle ist eine der ältesten Windmühlen an der Ostseeküste und wurde erstmals 1533 urkundlich erwähnt.
- Nach ihrem Einsturz 1972 initiierte ein Förderverein ihren Wiederaufbau – heute ein funktionierendes Kulturdenkmal und Wahrzeichen Eldenas.
- Mit zwei Mahlgängen und historischer Bockbauweise verkörpert die Mühle jahrhundertelange Müllereitradition in Greifswald.
Tipps
- Der Wiederaufbau der Mühle zeigt den Einsatz eines Fördervereins, der seit 1993 durch ehrenamtliche Arbeit und Spenden die Erhaltung fördert.
- Die originale Rutenwelle und der Wellenkopf wurden bei der Rekonstruktion wiederverwendet, um den historischen Charakter der Anlage zu bewahren.
Eigenschaften
Bockwindmühle Eldena – Kulturdenkmal Greifswald
Die Bockwindmühle Eldena in Greifswald ist ein faszinierendes Stück regionaler Geschichte und ein markantes Wahrzeichen der Stadt. Als eine der ältesten Windmühlen entlang der Ostseeküste wurde sie erstmals 1533 schriftlich erwähnt – im Zuge der Aufhebung des Klosters Eldena. Über Jahrhunderte diente sie als Teil des Kloster- und später des Universitätsgutes und prägte das Bild der Region mit ihrem charakteristischen Bau. Die Mühle verkörpert die traditionelle Müllerei, bei der Windkraft als Antrieb diente, bevor sie im 19. Jahrhundert durch Maschinen ersetzt wurde.
Ihr historischer Aufbau als Bockwindmühle unterscheidet sie von späteren Holländermühlen: Das gesamte Mühlenhaus war auf einem drehbaren Bock montiert, der es ermöglichte, die Mühle direkt in den Wind zu drehen. Ursprünglich verfügte sie über zwei Mahlgänge, die gleichzeitig Getreide in unterschiedlichen Körnungen verarbeiteten. Die Mühle stand bis zu ihrem Einsturz im 20. Jahrhundert als stummes Zeugnis der Handwerkskunst – doch ihr Verlust löste eine tiefe Betroffenheit aus, da sie zum unverwechselbaren Bild Eldenas gehörte.
Nach ihrem Zusammenbruch wurde die Mühle zunächst als Ruine verehrt, doch bald formierte sich Widerstand: 1993 schlug eine Bürgerinitiative den Wiederaufbau vor. Der Förderverein Eldenaer Mühle übernahm die Initiative und setzte sich für den Erhalt des Denkmals ein. Durch Spenden, Eigenleistung und Kooperationen – etwa mit der Universität Greifswald, die Eichenholz für den Neubau spendierte – gelang es, die Mühle schrittweise wiederaufzubauen. Heute ist sie ein lebendiges Kulturdenkmal, das nicht nur ihre historische Bauweise, sondern auch das Handwerk des Müllers lebendig hält.
Der Verein organisiert regelmäßig Führungen durch die Mühle, bei denen Besucher mehr über ihre Technik, Geschichte und den Wiederaufbau erfahren. Zudem pflegt er das Gelände und das Vereinshaus, das als Ort für Veranstaltungen und Spendenaktionen dient. Die Mühle steht symbolisch für den Erhalt regionaler Kultur und zeigt, wie engagierte Bürger:innen ein Stück Heimat bewahren – von den Ruinenstücken bis zur wiederkehrenden Drehung der Flügel im Wind.
Als historische Sehenswürdigkeit und Bildungsort verbindet die Eldenaer Mühle Vergangenheit und Gegenwart: Sie erinnert an die Ära der Windmühlen, die einst die Landschaft prägten, und bietet gleichzeitig Einblicke in handwerkliche Traditionen. Wer sie besucht, erlebt nicht nur Architektur, sondern auch die Geschichten der Menschen, die hier jahrhundertelang Getreide mahlten – und heute wieder für ihren Erhalt kämpfen.