Koeppenhaus
Highlights
- Das Koeppenhaus in Greifswald zeigt zeitgenössische Fotos, Dokumente und Objekte zum Kriegsgefangenenlager mit Hauptstandort in der Stadt.
- Im Koeppenhaus präsentiert Jakob Kirchheim Linolschnitt-Porträts und Filme, inklusive Workshop zur Druckkunst bis März 2025.
- Ausstellung ‚Vergesslich Sein‘ verbindet Kunst und Demenzforschung, begleitet vom Greifswalder Netzwerk ‚Demenz & Kultur‘ bis Ende Januar.
Eigenschaften
Kulturzentrum Köppenhaus Greifswald – Kultur erleben
Das Koeppenhaus in Greifswald ist ein lebendiges Kulturzentrum, das sich als Ort der Begegnung, des Austauschs und der kreativen Auseinandersetzung etabliert hat. Benannt nach dem renommierten Schriftsteller Wolfgang Koeppen, der eng mit der Region verbunden war, bietet das Haus ein vielfältiges Programm, das Literatur, Kunst und gesellschaftliche Themen vereint. Als zentraler Knotenpunkt für kulturelle Initiativen dient es sowohl Einheimischen als auch Besuchern als inspirierende Plattform – von Ausstellungen über Lesungen bis hin zu interaktiven Projekten für Familien.
Ein besonderer Schwerpunkt des Koeppenhauses liegt auf der Vermittlung zeitgenössischer Kunst und literarischer Projekte. So präsentierte das Haus bereits Ausstellungen wie *„Vergesslich Sein“*, die in Kooperation mit dem Greifswalder Netzwerk *„Demenz & Kultur“* entstand und durch künstlerische Perspektiven auf das Thema Demenz sensibilisierte. Auch das Buchprojekt *„Lesereise MV“* wird hier mit einer Ausstellung begleitet, die das neue Kinderbuchprojekt für Mecklenburg-Vorpommern einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich macht – inklusive Lesungen und interaktiven Elementen für junge Leser:innen. Die Finanzierung solcher Veranstaltungen wird oft durch lokale Initiativen wie das Ortsteilbudget der Stadt Greifswald ermöglicht.
Das Koeppenhaus verbindet historische und aktuelle Themen, etwa durch Ausstellungen zur DDR-Geschichte wie *„Voll der Osten“* mit Fotografien von Harald Hauswald, die Alltagsleben und gesellschaftliche Realitäten der Epoche einfangen. Ergänzt werden diese durch persönliche Erzählungen in Videointerviews, die den Kontext der Bilder vertiefen. Auch wissenschaftliche Fragestellungen finden hier Raum: Die Ausstellung *„Kriegsgefangenenlager Greifswald“* des Historikers Thomas Bartels beleuchtet mit Originaldokumenten, Fotos und Objekten das Schicksal von Kriegsgefangenen, die im Lager vor Ort inhaftiert waren – ein Projekt, das auch internationale Nachfahren der Betroffenen einbindet.
Künstlerische Experimentierfreude prägt das Programm des Koeppenhauses ebenso wie die Zusammenarbeit mit regionalen und überregionalen Akteur:innen. So zeigte der Künstler Jakob Kirchheim im Rahmen des Literaturfrühlings Linolschnitt-Porträts und animierte Filme, die seine druckgrafischen Techniken vorstellten, während parallel ein Workshop für Besucher:innen angeboten wurde. Auch Abschlussarbeiten von Grafikdesign-Studierenden oder Werkschauen wie die von Angelika Janz – bekannt für ihre Bildtext-Kollagen – finden im Koeppenhaus eine Plattform. Damit wird das Haus nicht nur zu einem Ort der Präsentation, sondern auch zu einem Raum für den Austausch zwischen Kunst, Wissenschaft und Publikum.
Als kulturelles Herzstück Greifswalds trägt das Koeppenhaus dazu bei, die Stadt als lebendigen Ort der Reflexion und Kreativität zu prägen. Ob durch literarische Lesungen, Ausstellungen mit gesellschaftspolitischem Bezug oder partizipative Formate – das Haus verbindet Tradition mit Innovation und lädt dazu ein, Kultur aktiv mitzugestalten. Mit einem Programm, das von der Kinderliteratur bis zur zeitgenössischen Fotografie reicht, spricht es ein breites Publikum an und bleibt damit ein unverzichtbarer Bestandteil des kulturellen Lebens in der Region.