Kirche/Kloster

St.-Martin-Kapelle - Ev.-Luth. Kirchengemeinde Hohenhorn

Sielberg 1, 21039 Escheburg

Highlights

  • Die St.-Martin-Kapelle in Hohenhorn ist ein klassizistischer Ziegelbau von 1825–1827, entworfen vom Landesbaumeister Georg Wilhelm Timmermann.
  • 1867 erhielt die Kirche einen neoromanischen Glockenturm durch Carl August Wilhelm Lohmeyer, der einen hölzernen Vorgänger ersetzte.
  • Börnsen wurde 1970 als Ortsteil mit eigener Pfarrstelle, aber im Kirchspiel Hohenhorn, Teil der Kirchengemeinde.

Tipps

  • Der Glockenturm an der Kapelle entstand 1867 im neoromanischen Stil und ersetzte einen früheren hölzernen Glockenträger nach Plänen eines Landesbaumeisters.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

St.-Martin-Kapelle Escheburg: Sakrale Kultur

Die St.-Martin-Kapelle in Escheburg ist ein bedeutendes sakrales Bauwerk der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Hohenhorn. Die Kapelle gehört zur historischen Tradition des Kirchspiels Hohenhorn, das bereits im 15. Jahrhundert durch die Herzöge von Sachsen-Lauenburg gegründet wurde. Ursprünglich war die Region Teil eines größeren Kirchspiels, das sich über mehrere Ortschaften erstreckte und von der mittelalterlichen St.-Nikolai-Kirche in Hohenhorn aus verwaltet wurde.

Die heutige Kapelle entstand im Zuge einer umfassenden Umgestaltung des Kirchspiels. Nach dem Bau der Pulverfabrik in Düneberg zu Beginn des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung in der Region deutlich an. Dies führte zur Gründung neuer Gemeinden, darunter auch Wohltorf, das zeitweise der Kirchengemeinde Aumühle zugeordnet war. Die St.-Martin-Kapelle selbst wurde als Teil dieser Entwicklung errichtet, um den wachsenden Bedarf an kirchlichen Räumen in Escheburg zu decken.

Der Bau der Kapelle folgte dem klassischen Stil der Zeit und knüpfte an die architektonischen Traditionen der Region an. Während der mittelalterliche Vorgängerbau der St.-Nikolai-Kirche in Hohenhorn baufällig geworden war, entstand 1825 bis 1827 ein neuer Ziegelbau im klassizistischen Stil. Dieser längseckige Bau mit seinen rundbogigen Oberfenstern und gedrungenen Unterfenstern prägte das Erscheinungsbild der evangelischen Kirchenbauten in der Umgebung. Später, 1867, wurde ein neoromanischer Glockenturm hinzugefügt, der einen früheren hölzernen Glockenträger ersetzte.

Das Innere der Kapelle wurde im klassizistischen Stil gestaltet, wobei keine Elemente aus dem mittelalterlichen Vorgängerbau übernommen wurden. Stattdessen entstand eine einheitliche Ausstattung, die den neuen Anforderungen und ästhetischen Vorstellungen der Zeit entsprach. Die Kapelle diente nicht nur als Gotteshaus, sondern auch als Ort der Erinnerung, da sie über Jahrhunderte hinweg von einflussreichen Familien der Region als Grabstätte für ihre Verstorbenen genutzt wurde.

Die St.-Martin-Kapelle bleibt bis heute ein zentraler Ort für die evangelische Kirchengemeinde Hohenhorn und spiegelt die historische Entwicklung der Region wider. Sie steht im Kontext weiterer Sakralbauten wie der Heilig-Kreuz-Kirche in Börnsen, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Reaktion auf den Bevölkerungszuwachs errichtet wurde. Trotz ihrer bescheidenen Größe verkörpert die Kapelle die tiefe Verbindung von Glauben, Geschichte und Gemeinschaft in Escheburg.

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