Museum

Kulturerbe Torfstechen

Rathausstraße 3, 82194 Gröbenzell

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Kulturerbe Torfstechen

Das Heimat- und Torfmuseum Gröbenzell, auch bekannt unter dem Namen „Kulturerbe Torfstechen“, befindet sich im Dachgeschoss der historischen „Alten Schule“ im Zentrum der Gemeinde Gröbenzell im Landkreis Fürstenfeldbruck, Bayern. Es ist ein Ort, der die regionale Geschichte lebendig werden lässt und besonders die Tradition des Torfstechens in den Moorgebieten um Gröbenzell thematisiert. Torf war einst eine wichtige Energiequelle und Grundlage des lokalen Lebensunterhalts – eine harte und mühsame Arbeit, an der früher auch Kinder beteiligt waren. Die Ausstellung veranschaulicht diese Lebensweise durch anschauliche Schautafeln, Dioramen und originalgetreue Nachbildungen.

Besucher*innen können in das Alltagsleben vergangener Generationen eintauchen, darunter in eine originalgroße Nachbildung einer typischen Wohnstube eines „Möslerhauses“, wie sie früher in der Region verbreitet waren. Neben der Torfgewinnung wird auch die Entwicklung des Ortes Gröbenzell thematisiert, das bereits im Jahrh1570 urkundlich erwähnt wurde und dessen Name auf eine ehemalige Zollstation zurückgeht. Mit dem Ausbau der Eisenbahnstrecke München–Augsburg im Jahr 1839 erhielt der Ort zudem eine eigene Bahnstation, was die wirtschaftliche Entwicklung maßgeblich förderte. Neben Torfstecherei, Landwirtschaft und Handwerk spielte auch die Zucht der besonderen hornlosen Ziegen eine Rolle im lokalen Wirtschaftsleben.

Das Museum wird ehrenamtlich von engagierten Vereinsmitgliedern des Historischen Vereins Gröbenzell e. V. – den sogenannten „Gröbenhütern“ – betrieben. Es ist sonntags für Besuche geöffnet und verzeichnet durchweg positive Resonanz, wie die Bewertungen zeigen. Besondere Schwerpunkte der Ausstellung sind neben dem Torfkulturerbe auch kulturhistorische Sammlungen, darunter eine beeindruckende Privatsammlung von sogenannten Fleißbildchen, die im Rahmen einer Sonderausstellung gezeigt wird. Diese detailreiche Präsentation unterstreicht den kulturellen Reichtum der Region und lädt zur Entdeckung weiterer regionaler Besonderheiten ein.

Die „Alte Schule“, in der das Museum untergebracht ist, wurde in den Jahren nach 1968 saniert und beherbergt heute neben dem Museum auch Gaststätten und Vereinsräume. Seit 1999 dient der Obergeschoss-Raum als Ausstellungsfläche, die mit barrierefreiem Zugang für alle Besucher*innen gestaltet ist. Die Museumsleitung liegt bei Michael Jaumann, unterstützt wird das ehrenamtliche Team von Museumsgründer Horst Hell, der das Projekt maßgeblich initiiert hatte. Die ehrenamtliche Arbeit der Gröbenhüter ist entscheidend dafür, dass das Museum regelmäßig öffnen kann und seine kulturelle Bildungsarbeit fortführen kann.

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