Museum

Geschichtsort Stadthaus

Stadthausbrücke 6, 20355 Hamburg

Highlights

  • Das Stadthaus war während des Nationalsozialismus Hamburger Sitz der Deportationsbehörde für Jüdinnen und Juden – heute Gedenkort mit Ausstellungen zu NS-Verbrechen.
  • Die Dauerausstellung zeigt Täterdokumente und private Zeugnisse der drei Hamburger Deportationen 1942 sowie die NS-Nutzung des Gebäudes.
  • Barrierefreier Zugang (außer Seufzergang) zu Ausstellungen in Deutsch und Englisch – Teil der Stiftung Hamburger Gedenkstätten seit 2022.

Tipps

  • Die Hauptausstellung thematisiert die Nutzung des Stadthauses während der NS-Zeit und bietet Einblicke in die historische Rolle des Gebäudes als Verwaltungssitz.
  • Die Werkstattausstellung konzentriert sich auf die drei Deportationen jüdischer Hamburgerinnen und Hamburger im Juli 1942 und zeigt persönliche Dokumente und Fotos der Betroffenen.
  • Die Ausstellungsinhalte sind in deutscher und englischer Sprache verfügbar, sodass internationale Besucher:innen die Informationen nachvollziehen können.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kultur-Ausflug Hamburg: Geschichtsort Stadthaus

Der Geschichtsort Stadthaus in Hamburg ist ein bedeutender Lernort, der sich der Aufarbeitung der NS-Zeit in der Stadt widmet. Seit 2022 ist er Teil der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte, die sich der Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Verbrechen verschrieben hat. Das historische Gebäudeensemble, das heute als Stadthöfe bekannt ist, diente in der NS-Zeit als zentraler Ort für administrative Entscheidungen mit weitreichenden Folgen für die Hamburger Bevölkerung.

Die Hauptausstellung „Das Stadthaus im Nationalsozialismus“ beleuchtet die Rolle des Gebäudes während der Diktatur. Anhand von historischen Dokumenten, Fotos und Exponaten wird die Bau- und Nutzungsgeschichte der Stadthöfe aufgezeigt – insbesondere als Ort der Deportationen und Repressionen. Die Präsentation verbindet architektonische Details mit den menschlichen Schicksalen, die hier verhandelt wurden. Besonders eindrücklich sind die „Täterdokumente“ sowie private Zeugnisse von Betroffenen, die die systematische Entrechtung und Vertreibung jüdischer Mitbürger:innen dokumentieren.

Ein zentraler Fokus liegt auf den drei großen Deportationen von Jüdinnen und Juden aus Hamburg im Juli 1942, die vom Stadthaus aus organisiert wurden. Die Werkstattausstellung „Objekte erzählen Schicksale“ zeigt, wie Alltagsgegenstände wie Ausweise oder Fotos die individuellen Geschichten hinter den Zahlen veranschaulichen. Hier wird deutlich, wie Hamburg als „Modellstadt“ des NS-Regimes fungierte – mit einer Infrastruktur, die die Verbrechen ermöglichte. Die Ausstellung ist in deutscher und englischer Sprache zugänglich und richtet sich an ein breites Publikum.

Der Geschichtsort verbindet historische Aufklärung mit zeitgenössischer Erinnerungskultur. Durch die Präsentation von Interviewausschnitten – etwa von Zeitzeug:innen wie Erika Estis – wird die persönliche Dimension der NS-Geschichte greifbar. Obwohl der „Seufzergang“ aufgrund seiner Bauweise nicht barrierefrei zugänglich ist, sind die meisten Ausstellungsbereiche rollstuhlgerecht gestaltet. Der Ort lädt dazu ein, die Hamburger Stadtgeschichte kritisch zu reflektieren und die Verantwortung für die Vergangenheit zu thematisieren.

Als Teil eines Netzwerks historischer Lernorte in Hamburg – etwa in Verbindung mit anderen Gedenkstätten wie dem Mahnmal für die ermordeten Juden Europas – setzt der Geschichtsort Stadthaus Maßstäbe für eine verantwortungsvolle Aufarbeitung. Die Ausstellungen regen zum Nachdenken an und machen sichtbar, wie Alltag und Politik im Nationalsozialismus ineinandergreifen. Für Besucher:innen bietet der Ort eine Möglichkeit, sich mit den lokalen Wurzeln des Unrechts auseinanderzusetzen und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten.

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