Burg/Schloss

Kalkberg

Amt Lohra 2, 99759 Großlohra

Highlights

  • Burg Lohra ist eine der größten Burganlagen Thüringens im südwestlichen Vorharz.
  • Die romanische Doppelkapelle zählt zu den kunstgeschichtlich wertvollsten Zeugnissen der Burg.
  • Nach dem Aussterben der Grafen von Lare wechselte die Burg mehrfach den Besitzer, unter anderem an die Hohnsteiner und später an Preußen.

Eigenschaften

Kulturell Ganzjährig

Über Kalkberg

Der Kalkberg in Großlohra, gelegen im Landkreis Nordhausen in Thüringen, ist eine der beeindruckendsten Burganlagen des südwestlichen Vorharz und zählt zu den größten ihrer Art in Thüringen. Die weiträumige Anlage thront hoch über dem Ort und bietet nicht nur einen geschichtsträchtigen Ort, sondern auch einen atemberaubenden Blick über die umliegenden Wälder und Hügel. Die Burg hat eine über tausendjährige Geschichte, deren Spuren sich noch heute in den erhaltenen Bauten und Strukturen widerspiegeln. Schon in frühgeschichtlicher Zeit war der Berg besiedelt, später entstand hier eine königliche Befestigungsanlage, bevor im Mittelalter die Grafen von Lare die Burg zu einer pfalzartigen Residenz ausbauten.

Zu den architektonischen Höhepunkten zählt die romanische Doppelkapelle, die als eines der wenigen erhaltenen Beispiele dieses seltenen Kirchentyps von hohem kunstgeschichtlichen Wert ist. Auch der ehemals imposante Bergfried, dessen Reste heute noch sichtbar sind, zeugt von der einstigen Macht und Bedeutung der Anlage. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten die Besitzer häufig, darunter die Grafen von Beichlingen, Hohnstein und später preußische Adelige. Besonders in der Zeit der Hohnsteiner Grafen erlebte die Burg einen erneuten Aufschwung, der sich in zahlreichen Umbauten niederschlug. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Anlage mehrfach zerstört und neu befestigt, bevor sie schließlich in preußischen Besitz überging und bis ins 20. Jahrhundert als landwirtschaftliche Domäne genutzt wurde.

Die Nutzung als landwirtschaftlicher Betrieb prägte das Erscheinungsbild der Burg nachhaltig: In der Vorburg und Kernburg entstanden zahlreiche landwirtschaftliche Gebäude, darunter Wohnhäuser für Domänenarbeiter, Stallungen und Verwaltungsgebäude. Erst in den 1950er Jahren diente die Burg als Ausbildungsstätte für Schäfer, ehe sie ab 1974 aufgegeben wurde und bis 1977 völlig leerstand. In den 1990er Jahren wurde die Anlage durch das Engagement junger Menschen und des Vereins „Offene Häuser“ wiederbelebt. Unter schwierigsten Bedingungen begannen Freiwillige mit der Sanierung der maroden Gebäude – ein Prozess, der von großer Leidenschaft, aber auch von rechtlichen Unsicherheiten begleitet wurde. Obwohl die Gruppe die Burg nach Jahren intensiver Arbeit verlassen musste, hinterließ sie ein bleibendes Erbe und weckte das Interesse an der Erhaltung des Denkmals.

Heute steht der Kalkberg – auch bekannt als Burg Lohra – als kulturelles und historisches Zeugnis unter Denkmalschutz und wird von Offene Häuser betreut. Die ehemaligen Wohnstuben in der Vorburg sind spartanisch, aber vollständig eingerichtet und bieten Gästen eine authentische Unterkunft mit Blick auf die malerische Landschaft. Die Burg ist sowohl für Übernachtungen als auch für kulturelle Veranstaltungen und Gruppenaufenthalte geeignet. Besucher berichten von einer ganz besonderen Atmosphäre, geprägt von der unberührten Natur, der offenen Gemeinschaft und der tiefen Verbindung zur Geschichte. Mit ihrer einzigartigen Architektur, der malerischen Lage und der lebendigen Kultur ist der Kalkberg ein lohnendes Ausflugsziel für alle, die Geschichte, Natur und Kultur schätzen.

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